Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Baumann und Clausen setzen auf Beamtenwitze

Comedy-Duo in Stadthalle Baumann und Clausen setzen auf Beamtenwitze

Beamte sind dumm, ignorant und faul – eigentlich oft genug gehört, trotzdem scheinen sich die alten Vorurteile nach wie vor als Comedy vermarkten zu lassen. Das Comedy-Duo „Baumann und Clausen“ zieht zahlreiche Zuschauer in die Stadthalle und füllt mit dem Thema einen ganzen Abend. Die Mehrheit des Publikums ist begeistert. Aber Humor ist ja Geschmackssache.

Voriger Artikel
Uraufführung: Senioren sind „Herbstzeithelden“
Nächster Artikel
Von der Musa gekrönt und bewedelt

Langweilige Beamte: Hans Werner Baumann (Frank Bremser, links) und Alfred Clausen (Jens Lehrich).

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Der konservative, arbeitsscheue Oberamtsrat Alfred Clausen und sein opportunistischer Kollege Hans Werner Baumann haben sich in ihrem gemütlichen Beamtendasein fest eingerichtet – Akten werden unbearbeitet gestapelt, während Kaffee getrunken und über die Ehefrauen geplaudert wird. Dann die Eilmeldung über den Rathaussender: „In weniger als einer Stunde wird die Welt untergehen!“ Während Baumann panisch reagiert, bleibt Clausen stoisch gelassen. Das drohende Ende ist aber auch ein Grund, um über das eigene Leben zu sinnieren.

Jens Lehrich und Frank Bremser – die mit ihrer Radio-Comedy-Serie „Baumann und Clausen“ auf Radio Schleswig-Holstein und weiteren Lokalsendern bekannt geworden sind – setzen auf alt bewährte Witze. Über Beamte, die ihre Füße auf den Tisch legen und die Arbeit vor sich herschieben – Zitat Clausen: „Ich will schon mal die Passanträge nicht schaffen, die ich von vorgestern noch auf dem Tisch liegen habe.“ Oder deren mäßige Bildung – da verwechselt Clausen den Maya-Kalender mit Biene Maja oder versteht bei „Carpe diem“ „Katze Diethelm“. 

Ein beliebtes Thema ist auch Clausens dicke Ehefrau Ella, die sich ein Negligé wie ein Zelt umspannen muss. Im Himmel gibt es – wer hätte das gedacht – einen Kaffeeautomaten und die zwei Beamten müssen eine Nummer ziehen, um die langen Wartezeiten einmal selbst zu erfahren.

Aufgepeppt wird die Show mit einigen musikalischen Einlagen – Lehrich am Klavier –, deren Textniveau allerdings viel Spielraum nach oben lässt. Clausens Fazit des Abends ist wohl „Ich liebe Hackbraten, denn nur mit Hackbraten kann ich in den Tag starten“. Aber was am Ende zählt, ist der Applaus – und den gibt es reichlich.

Von Noreen Hirschfeld

Voriger Artikel
Nächster Artikel
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag