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Regional Bayrisch-Jiddische Band „Levantino“ im Göttinger Apex
Nachrichten Kultur Regional Bayrisch-Jiddische Band „Levantino“ im Göttinger Apex
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00:18 08.05.2013
Mitreißend: das Trio „Levantino“ im Apex. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Was Michl Bloching, Max Bloching und Tom Wörndl den rund 40 Gästen am Dienstagabend im Göttinger Apex präsentieren, ist beispielhaft für mitreißende Musik abseits ausgetretener Alternative-Pfaden.

Kontrabass, Saxophon, Klarinette und Akustik-Gitarre sind nur ein Teil der Instrumente, die die drei Musiker an diesem Abend spielen. Sie präsentieren eigene Lieder und verleihen auch bekannten Jazz- und Klezmer-Stücken ihre eigene, mal nachdenkliche, mal freche Note.

Da wird das Lied „If I was a rich man“ aus dem jiddischen Musical Anatevka schon mal mit Reggaetönen versehen und nach Jamaica projiziert. „We no speak Americano“ hingegen ist Gleichaltrigen wahrscheinlich nur als Synthesizer-Disko-Hit bekannt. Als gitarrenbetonte Kombination aus Jazz und Swing macht die Levantino-Version weit mehr Eindruck. Die musikalische Reise geht vom Balkan über Spanien, durch Frankreich hindurch bis in den Orient. Gipsy, Ethno- und instrumentale Stücke regen das  Fernweh des Publikums an.

Sänger Michl Bloching hilft der Phantasie bei einigen Liedern auf die Sprünge: „Stellt euch vor, ihr seid nicht in Europa, sondern auf der anderen Seite vom Atlantik, wo es nur eine weite Ebene mit einer Straße gibt und wo gelbes Gras wächst“. Innerhalb dieser vorgegebenen Atmosphäre spürt man förmlich, wie die Klarinette den Wind durch die Einöde pustet, wie die Gitarre langsam die Sonne gen Horizont treibt und wie der Kontrabass die Nacht heraufbeschwört.

In einer anderen musikalischen Szene wird eine Gazelle von einem Geparden erlegt. Auch diese Dramatik kommt im Song „Barcelona“ glaubhaft herüber.

Es ist nicht nur die instrumentale und musikalische Bandbreite, die beeindruckt, auch das Sprachentalent Blochings steht der Internationalität der Lieder in nichts nach.  Ein italienischer Schlager, selbstredend „auf neapolitanisch“, weckt zum Schluss noch einmal den Hunger auf Bruschette im Süden, bevor die musikalisch beschwingte Weltreise nach 90 Minuten unter begeistertem Applaus wieder im Konzertsaal des Apex endet.

Von Katharina Kilburger

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