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Beatbox-Rap in Lummerland

Festspielstart Beatbox-Rap in Lummerland

Mit der Kindertheater-Produktion „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ sind am Montag  die Domfestspiele in Bad Gandersheim eröffnet worden. Regie führte Adewale Teodros Adebisi – wie schon bei den vergangenen Festspielen.

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Exotische Reise: Lukas (Moritz Fleiter, links) und Jim Knopf (Daniel Mathéus, Mitte) beim Kaiser von China (Lihito Kamiya).

Quelle: Hillebrecht

Mit einem Familienstück starten die Gandersheimer Domfestspiele starten in diese Spielzeit: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ nach Michael Ende. Intendant Johannes Klaus engagierte für die Kinderproduktion ein neunköpfiges Ensemble aus Absolventen der Folkwang Hochschule in Essen. „Physical Theatre“ wird dort unterrichtet – Körpertheater. „Das Außergewöhnliche an ihnen ist, dass sie innerhalb weniger Augenblicken eine ganze Welt erschaffen können – nur mit ihrem Körper“, so Klaus. 

Getragen wird das Stück allerdings nicht durch akrobatische Einlagen oder Zirkuselemente. Die Ausdrucksformen des Körpertheaters begleiten das Stück durchgehend, ohne sich dabei aufzudrängen oder gezwungen zu wirken: Emma, die Lokomotive, gespielt von Anja Signitzer, tuckert mal schwerfällig, mal geölt über  die Bühne, oder Ruth Hengel und Joanna Kapsch als zweiköpfige Frau Mahlzahn schlängeln sich hinterlistig um die Kinder.

Zirkuselemente häufen sich bei der Ankunft von Jim und Lukas in China: Trotz heftiger Bewegung wirkt das Treiben nicht hektisch. Rot kostümierte Chinesen mit Sonnenschirmen fliegen über die Bühne, und die beiden Lokomotivführer stolpern durch den Trubel. 

Für Kinder bietet die Aufführung viel Abwechslung, die durch wechselnde Stilmittel erreicht wird: sei es durch technische Verfremdung der Stimmen oder Gesangseinlagen.

Nah am Original

Die Inszenierung durch Regisseur Adewale Teodros Adebisi hält sich eng an die Vorlage. Sie ist stringent und vermeidet durch die vielen Aktivitäten auf der Bühne Längen. Der verstoßene und gemobbte Halbdrache Nepomuk (Vera Goos) fällt beim Rappen besonders auf: er im Gesang und Lukas mit einer Imitation von Schlagzeuggeräuschen, dem sogenannten Beatboxing. Die Szene erhält viel Beifall von den Zuschauern in der leider nicht vollbesetzten Premierenvorstellung.

Das alles geschieht in einem minimalen und detaillierten Bühnenbild von Birgitta Weiss: Lummerland ist gerade so groß, dass nur die Hauptdarsteller darauf Platz finden können. 

Zahlreiche Vorstellungen bis Sonntag, 28. Juni, vor dem Dom in Bad Gandersheim. Kartentelefon: 05382/73777.

Von Florian Heinz

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