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Bernhard Hoëcker signiert in Göttingen seine Geocaching-Bücher

Internetschatzjäger Bernhard Hoëcker signiert in Göttingen seine Geocaching-Bücher

Die Wahrheit ist: Muggel existieren. Es sind Menschen, die keine Ahnung von Abenteuern haben, die quasi vor ihren Augen passieren. Menschen, denen vieles verborgen bleibt. Vielleicht auch, weil sie es nicht sehen wollen. Weil sie nur zum Spazierengehen in die Natur gehen.

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Begeisterter Ortefinder: der Komödiant Bernhard Hoëcker beim Signieren seiner Bücher.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Oder zum Joggen. Oder weil sie das Internet nur nutzen, um auf Facebook ihre Zeit zu verplempern. Dabei gibt es im Internet so viel mehr zu entdecken. Schatzkarten zum Beispiel.

Zwei Eingeweihte und Internetschatzjäger sind der Comedian Bernhard Hoëcker und sein Freund Tobias Zimmermann. Nur hat der Schatz mittlerweile einen moderneren Namen: Cach. Und das neue Wort für Schatzsuche lautet Geocaching. Es ist ein Spiel. Eines, das im Internet beginnt aber in der Wirklichkeit stattfindet.

Zusammen haben Hoëcker und Zimmermann ein Buch geschrieben, das von ihren Schatzsuchen erzählt. Dabei lassen sie auch andere Geocacher in „Neues aus Geocaching“ zu Wort kommen. In einem Wettbewerb wurden die besten Geschichten ausgewählt.

In einer limitieren Auflage gibt es das Buch als Hardcover mit Unterschrift der Autoren. Beim Signieren der Premium-Ausgaben erzählte der Komiker und Autor beim Buchversender Gemeinsame Verlagsauslieferung Göttingen von seinem intensiven Hobby.

Geocaching auf Tour

„Das ist eine ziemlich nerdige Sache“, meint Hoëcker, der aus Fernsehsendungen wie „Switch“ oder „Genial daneben“ bekannt ist. Mit Nerds sind Computerenthusiasten gemeint, die dem Klischee nach den ganzen Tag zu Hause hocken und auf dem Bildschirm starren. Mit Geocaching werde das Gegenteil bewiesen, findet Hoëcker.

Es funktioniert so: Im Internet werden Koordinaten veröffentlicht, an denen der Geocacher mittels GPS-Gerät oder einem Smartphone etwas finden kann. Meist sind es Dosen mit einem Logbuch, in dem sich die Finder eintragen können. Manchmal sind auch Überraschungen darin.

Er nutze das Geocaching gerne, wenn er auf Tour sei, erzählt der Komiker. Um Langeweile zu vertreiben und um spannende Orte zu entdecken. Das Buch zeigt, dass die Cachs nicht immer einfach zu finden sind. Manchmal muss geklettert werden, manchmal geht es auf Berge. Oder in fremde Länder.

Der Comedian Bernhard Hoëcker signiert in Göttingen seine Geocaching-Bücher. © Hinzmann

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Er habe schon eine Reise in eine Region geplant, nur weil sich ein örtlicher Cach so aufregend angehört habe, erzählt Hoëcker und zeigt ein eindrucksvolles Bild in seinem Buch, das ihn vor einem glühenden Krater in Turkmenistan zeigt. Earthcach nennt man diese Art von Cachingzielen. Dabei gehe es darum, einen geologisch besonders interessanten Ort zu finden, so Hoëcker.

Mittlerweile sei Geocaching nicht mehr nur ein Hobby von Nerds. „Es ist so wie Radfahren. Das macht ja jeder. Und jeder aus einem anderen Grund“, findet Hoëcker.

Hoëcker erzählt, dass die Geocaching-Szene hierzulande gar nicht so klein sei: „Deutschland ist nach den USA das Land mit den meisten Dosen. Und das bei viel weniger Einwohnern.“ Weil Geocaching trotzdem längst nicht im Bewusstsein jedes Bundesbürgers angekommen ist, hat die Szene einen eigenen Begriff für alle Unwissenden: Muggel eben.

Von Daniela Lottmann

Bernhard Hoëcker, Tobias Zimmermann: „Neues aus Geocaching“, Traveldiary-Verlag, 216 Seiten, 9,95 Euro. Premium-Ausgabe mit Logbuch und Cachingdose ab Mitte März.
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