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Regional Ausstellung „Birkendickicht" von Linde
Nachrichten Kultur Regional Ausstellung „Birkendickicht" von Linde
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17:18 02.11.2018
Carsten Linde im Studio Wasserscheune. Der Fotograf hat unter dem Titel „Birkendickicht“ Fotos von Birken in Langzeitbelichtung mit Wischeffekt erstellt, die in ihrer Erscheinung an surrealistische Kunst erinnert. Quelle: Hinzmann
Erbsen

 

Neben den Fotografien sind deckenhohe Stämme von Birken aufgestellt worden, die dem durch große Fenster lichtdurchfluteten Raum eine naturnahe Atmosphäre geben. Auf drei Etagen sind die 38 Bilder, vorwiegend in Wischtechnik, ausgestellt.

Der Fotograf Carsten Linde ist bekannt für seine Fotografien von Vögeln, insbesondere von Kranichen. Galeristin Beate Birkigt-Quentin präsentierte bereits vor einigen Jahren eine Ausstellung von Linde. „Vom richtigen Standpunkt hat man den Eindruck, dass du im Wald stehst“, sagt Linde. Die Fotografie der Birken ist auch für Linde ein komplett neues Gebiet. „Ich kann eigentlich nur Federn“, sagt er über seine Werke, die Vögel zeigen.

2000 Fotos von Birken zur Auswahl

Die mehr als 2000 Fotos der Birken wurden an einem Tag innerhalb von rund fünf Stunden geschossen, von dem aus er verborgen in einem Versteck eigentlich Seeadler ablichten wollte. Linde zufolge kommt es vor, dass Seeadler eine Rastphase von bis zu zwei Tagen haben und sich dann gar nicht blicken lassen.

Eine der Fotografien von Carsten Linde in der Ausstellung „Birkendickicht“. Quelle: Hinzmann

Die 17 Birken fotografierte Linde mit der Wischtechnik. Dafür wurde dem Fotograf zufolge bewusst mit Unschärfe garbeitet. Die Kameraeinstellung der langen Blende führt dazu, dass wenn die Kamera im Moment des Auslösens bewegt wird, die Farben auf dem Foto mit der Bewegung verwischt werden. Durch eine abwärts gerichtete Bewegung gelingt es beispielsweise die weißen Stämme der Birken wie Federn aussehen zu lassen.

Auf manchen Werken sind die Birken gut erkennbar, andere zeigen abstrakte Farbverläufe, die nur aufgrund des Wissens, dass Birken abgelichtet wurden, als diese identifiziert werden können. Auf einer gesonderten Staffelei thront auf der dritten Etage ein Bild, dass auf dem ersten Blick keine erkennbaren Formen aufweist, auf den zweiten Blick erkennt man jedoch die Baumstämme, die durch die gewischten Farbverläufe schimmern.

Kranich im Flug

Ob Carsten Linde in Zukunft ein weiteres Mal von der Vogelfotografie abweicht, weiß er selbst nicht. Die Birken als Motiv zu nehmen, ist nach Angaben des Fotografen ein extrem spontanes Vorhaben gewesen. Es könne immer wieder passieren, jedoch nicht geplant werden. Seit 2005 widmet sich der ehemalige Rektor der Janosch-Grundschule Seulingen der Fotografie von Vögeln. „Seitdem habe ich mich weiterentwickelt. Früher war ich froh, wenn ich einen Kranich im Flug erwischte, heute warte ich beispielsweise auf eine schöne Parallelstellung zweier Vögel und fotografiere diese gezielt", erklärt Linde.

Birken im Querformat

Die Wasserscheune ist nach Angaben von Linde ideal, weil sie trotz des kleinen Raums durch die großen Fenster viel Raum für die Bilder gebe. Um eine grundlegende Einheitlichkeit in die Ausstellung zu bringen, entschloss sich Linde alle Werke im Querformat aufzuhängen.

Die Vernissage in der Wasserscheune, Alte Dorfstraße 4, beginnt am Sonntag, 4. November, um 16 Uhr. Musikalisch begleiten werden Karin Mitwollen an der Querflöte und Rainer Faber am Akkordeon mit unter anderem einem russischem Volkslied: „Das Birklein“. Linde plant, von Wilhelm Busch das Gedicht „Die Birke“ vorzutragen. Fragen ergeben sich meist erst, wenn die Besucher vor den Bildern stehen, weiß Linde aus Erfahrung. Die Ausstellung kann im Studio Wasserscheune, Alte Dorfstraße 4 in Adelebsen-Erbsen, sonntags zwischen 15 und 18 Uhr besichtigt werden (bis 18. Februar 2019).

Von Lisa Hausmann

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