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Regional Kunst von Bittersohl und Kummer in Göttingen
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00:18 28.11.2018
Anna Bittersohl und Phillip Kummer stellen ihre Werke in der Galerie Ahlers aus. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

„Wir kennen uns sehr lange“, sagt Anna Bittersohl. Sie habe Philipp Kummer beim Kunststudium in Nürnberg kennengelernt. Sie studierten bei Ralph Fleck, Professor für Freie Malerei an der Akademie der Bildenden Künste. „Bei einem Besuch bei Ralph Fleck habe ich die beiden kennengelernt“, erzählte Galerist Oliver Ahlers. Es gehöre zu seiner Philosophie Künstler von Anfang an zu begleiten. Mittlerweile leben Bittersohl und Kummer in Leipzig und haben ihre Ateliers nebeneinander in einer ehemaligen Baumwollspinnerei. Zur Ausstellungseröffnung erhielten sie Unterstützung von der Kölner Autorin Zsazsa von Ammon.

Bilder von der Eröffnung:

Die Leipziger Künstler Anna bittersohl und Philipp Kummer stellen in einer gemeinsamen Ausstellung „zwei Gipfel, sie schauten“ ihre Werke in der Göttinger Galerie Ahlers aus. Zur Eröffnung las die Kölner Autorin Zsazsa von Ammon.

Kurzgeschichte zum Gipfel

Zsazsa von Ammon hatte über die beiden Maler kurz nach Beendigung von deren Studium einen Film erstellt. Vor einem Jahr habe sie mit weiteren Dreharbeiten begonnen. Ausschnitte davon waren zur Ausstellungseröffnung in der Galerie zu sehen. Darüber hinaus verbrachte die Autorin eine Woche in Bittersohls Atelier. Während diese malte, schrieb von Ammon eine zum Gipfeltitel der Ausstellung passende Kurzgeschichte, die sie dann in Göttingen vortrug. „Es war eine Versuchsanordnung“, sagte die Autorin. „Was passiert, wenn unterschiedliche Medien zusammen arbeiten?“ Es sei „total schön“ gewesen. Sie seien mit dem Wissen angetreten, das Schlimmste, was geschehen könne, sei, dass nichts passiere. „Und dann ist ganz viel passiert.“ Bittersohl ergänzte: „Wir haben gemerkt, dass die Arbeiten einander beeinflussen.“

Inspirierende Zusammenarbeit

Ebenso inspirierend verlaufe auch die Zusammenarbeit zwischen Bittersohl und Kummer, erzählte der 39-Jährige. Es gebe eine Schnittmenge und auch eine gute Streitkultur im Prozess des Entstehens. Bei einer gemeinsamen Installation habe sich gezeigt, dass jeder bereit sei, sein Ego hinten anzustellen und lösungsorientiert zu arbeiten. Überhaupt müsse man für eine gute Arbeit sein Ego vergessen können. Früher sei er häufiger an Vorhaben gescheitert, weil sein Wollen das Bild überlagert habe. Das sei heute anders. „Das Bild hat immer recht“, sagte Kummer. „Ich habe eine Idee, aber sobald ich angefangen habe, sollte ich mich raushalten.“

Halbfertig vor der Tür

„Es hat sich auch schon ergeben, dass wir ein Bild gemeinsam gemalt haben“, ergänzte die Künstlerin. Das Werk mit dem Titel „Kandidaten“ ist auch in der Ausstellung zu sehen. „Ich kam nicht weiter und habe es halbfertig bei Philipp vor die Tür gestellt“, erzählte die 36-Jährige. Kummer nahm die Vorlage an und beendete das Werk. „Wir wissen, wo der andere hin will, wenn er vielleicht nicht mehr den nötigen Abstand hat.“

Ölgemälde und Skulpturen

In der Ausstellung in der Galerie Ahlers sind zusätzlich zu den Ölgemälden beider Künstler auch Skulpturen von Kummer zu sehen. „Ich bin aber eigentlich Maler“, sagte er. Skulpturen seien für ihn nichts anderes als dreidimensionale Malerei. Damit habe er 2015 begonnen. „Wenn eine Idee nicht für gemalte Bilder funktioniert, dann muss ich das Bild eben bauen.“ Gebaut hat er unter anderem Menschen, die auf Tieren sitzen und deren Kopf aufsetzen. Dabei seien die ausgestellten Skulpturen aber nicht nur auf „das Mensch-Natur-Ding“ zu reduzieren. Auch gehe es darum, wie Menschen mit allem umgehen. „Ein Kunstwerk muss dem Betrachter den Raum eröffnen, den dieser dann betreten kann“, sagte er.

Möglichkeiten der Betrachtung

Bittersohl erklärte, dass es ihr in ihren Werken nicht vordergründig um die Abbildung der sichtbaren Realität gehe, sondern was Realität im weiteren Sinn bedeute. Das spiegelt sich auch in den Titeln der Künstler wider. „Für mich ist der Titel nur ein weiterer Strich des Gemäldes“, sagte sie. Kummer ergänzte, dass er es ebenfalls wichtig finde, den Titel als Material zu betrachten und nicht damit zu lenken. „Das macht alle Möglichkeiten der Betrachtung kaputt.“ Betrachtet werden können die Werke von Bittersohl und Kummer noch bis 22. Dezember in der Galerie Ahlers.

Von Rüdiger Franke

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