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Bluesige Stimme und leicht verhuschter Charme

Rebekka Bakken im Kulturzelt in Kassel Bluesige Stimme und leicht verhuschter Charme

Morning Hours“ heißt Rebekka Bakkens neues Album, ihr erstes in den USA gefertigtes Werk. Unter diesem Motto spielte sie auch mit ihrer Band im Kulturzelt an der Drahtbrücke in Kassels Fuldaaue. Einiges Amerikanisches hat die norwegische Sängerin dabei mal direkt mal indirekt beeinflusst.

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Charaktervolle Stimme: Rebekka Bakken.

Quelle: Burkert

Rebekka Bakken gewinnt die Sympathie des Publikums schnell – mit einer bluesigen Stimme, ihrem leicht verhuschtem Hippie-Charme und einer vielfältigen Song-Auswahl. In Kassel hatte sie nicht nur Eigenkompositionen, sondern auch Coverversionen unterschiedlichster Herkunft aufs Programm gesetzt. Neben einer charmanten musikalischen Auflehnung gegen Erfolgsstreben und Hektik in New York – Rebekka genießt da lieber die im Bett verträumte Zeit – gab es an amerikanischen Einflüssen vor allem einen starken Pop-/Rock-Hang vieler Songs zu bemerken. Keine schlechte Idee, wäre ihr Gesang bei unglücklich gemischter Tontechnik neben der sehr lauten Band nicht untergegangen. Bakkens eigentlich charaktervolle und kräftige Stimme konnte sich hier streckenweise nur sehr schwer behaupten.

Dass es eigentlich auch anders ging, wurde bei den immer wieder eingestreuten ruhigeren oder stärker dem Jazz angelehnten Songs deutlich.
Ein Lied aus der norwegischen Folklore, erst zart und elfenhaft von Bakken mit Pianobegleitung hervorgezaubert, wandelte sich nach und nach mit zunehmender Bandbegleitung zu einem experimentellen fast psychedelischen Stück mit Spaß an stimmlichen Effekten. Stimmig auch Bakkens „Powder room collapse“, eine humorvolle Hommage an die Zeit vor einem Auftritt, wenn beim Träumen vor dem Schminkspiegel die Gedanken springen und Hochpolitisches und Banales mit einander verschwimmen.

Ob der starke Hang zum Pop Rebekka Bakkens Stücken gut tut, war zumindest bei diesem Konzert in Kassel fraglich. Bei Coverversionen von Popstücken, denen sie mit dem Blues in ihrer Stimme Charakter verleiht, sieht das wieder anders aus. Ihre Interpretation von „Time after time“ als Zugabe war dafür ein gelungenes Beispiel.

Von Isabel Trzeciok

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