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Borka-Räuber im Mattis-Wald

„Ronja Räubertochter“ in Bad Hersfeld Borka-Räuber im Mattis-Wald

Aufregung im Mattis-Wald: Die Kindertheater-Inszenierung „Ronja Räubertochter“ hatte in der Regie von Michael Schachermaier bei den Bad Hersfelder Festspielen in der Stiftsruine Premiere.

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Anfangs nicht akzeptiert: Die Freundschaft von Ronja (F. Herrmann) und Birk (S. Dietersdorfer).

Quelle: EF

Mit offenen Mündern starren die Kinder auf das Geschehen, während die als schwarze Engel maskierten Wilddruden Ronja Räubertochter (Franziska Herrmann) nach dem Leben trachten. Nebel weht über die Bühne der Bad Hersfelder Stiftsruine, schaurige Musik wird eingespielt, und die Räubertochter steckt mit ihrem Fuß im Dach eines Rumpelwichte-Hauses fest. „Wiesu tut sie su“ quiecken die Wichte, „macht putt unser Dach, wiesu denn bluß?“.

„Ronja Räubertochter“ ist ein Stück über Toleranz, über Konfliktbearbeitung und Erwachsenwerden. Die Geschichte ist schnell zusammengefasst: Ronja von den Mattis-Räubern freundet sich mit Birk (Simon Dietersdorfer) von den Borka-Räubern an. Die befeindeten Banden heißen das natürlich nicht gut, und nach einigen Abenteuern mit Graugnomen, Wilddruden und Rumpelwichten entscheiden sich Ronja und Birk, alleine im Wald zu leben. Am Ende raufen sich die Banden (zusammen) und finden eine akzeptable Lösung für alle.

Temporeich und farbig

Regisseur Michael Schachermaier hat Astrid Lindgrens Buch „Ronja Räubertochter“ temporeich, farbig und komödiantisch umgesetzt. Ein Schlagzeuger am Rand der Bühne belebt die Szenen teils mit treibenden Rhythmen, teils marschmäßig, wenn die Graugnomen ihren Auftritt haben. Die Kulisse von Julia Kopa ist aktiver Bestandteil des Stückes: Auf drehbaren Elementen sind auf eine Seite die Bäume des Mattis Walds, auf die andere Mauern gemalt. Manche Kinder hatten zu Beginn Schwierigkeiten, den abstrakten Charakter der Ortswechsel zu verstehen. Dafür waren sie von den Kostümen begeistert: Christine Haller hat die Phantasiewesen mit Stroh und Masken ausgestattet.

Nach fast jeder Szene applaudiert das junge Publikum. Mal lachend, wenn sich die Räuberbande wieder mal zu dämlich anstellt, mal mit einem „Iiihh!“ auf den Lippen, wenn Ronjas Eltern (grandios: Manfred Stella und Tamara Stern) zu heftig miteinander flirten. Die vielen Slapstick-Elemente werden von den Akteuren auf den Punkt gespielt, wobei der Humor natürlich auf Kinder zugeschnitten ist. Doch eine Inszenierung nur für Kinder ist es nicht.

Täglich bis 2. Juli. Tickets gibt es bei der Kartenzentrale der Bad Hersfelder Festspiele, Am Markt 1, unter Telefon 06621/ 201360.

Von Florian Heinz

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