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Regional Bühnenprofis jammen bei „Session Possible“
Nachrichten Kultur Regional Bühnenprofis jammen bei „Session Possible“
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00:17 02.10.2018
Ohne Proben nach oben: Wolf Coderas ambitioniertes Musikprojekt „Session Possible“ im PZ-Sportwagenzentrum Göttingen GmbH Quelle: Jörg Linnhoff
Göttingen

Codera hat für Göttingen eine internationale Besetzung zusammengetrommelt. Neben ihm komplettieren der italienische Sänger Fabrizio Levita, der Keyboarder der Sarah Connor Band Florian Lipphardt, der Gitarrist Max Bahr, der schon mit Bryan Adams auf einer Bühne stand, und der Schlagzeuger des „Balkan Beats“-Projektes „Fanfare CiocarliaBenedikt Stehle die Allstars-Band. Kurzfristig ersetzt werden mussten die Ungarin Tamara Bencsik, die mit fast 39 Grad Fieber im Bett lag und der Bassist Samuel G. Mpungu, der einen Auftritt mit Limp Bizkit hatte. Für sie sprangen die erst 24-jährige bulgarische Sängerin Vesselina Debrenlieva, kurz Vess genannt, und der Bassist Freddie Lubitz ein.

Bekannten Songs ein neues Kleid verpassen

Der Bochumer Saxofonist und Klarinettist Wolf Codera hat selbst reichliche Erfahrungen als Studiomusiker in internationalen Pop-Produktionen gemacht. 1999 kam ihm während einer Deutschland-Tour mit den „Stimmen aus dem Phantom der Oper“, Peter Hofmann und Anna-Maria Kaufmann, beim Soundcheck die Idee zu „Session Possible“: Als Pendant zu Jazz-Sessions wollte er ein ähnliches Konzept mit internationalen Profi-Musikern, die ansonsten in der zweiten Reihe stehen, im Pop-Kontext umsetzen. Ziel war es, dass die gleichbestimmten Musiker bekannten Songs ein individuell neues Kleid verpassen und sich dabei auch solistisch auslassen können. Drei Jahre später stand Codera mit „Session Possible“ erstmals auf der Bühne.

Laute Musik, aufgelegt von DJane Elle, dröhnt beim Einlass zur Einstimmung aus den Boxen durch den abgedunkelten Raum. Zum Konzept des Projektes gehört, dass die Musiker im Halbkreis stehend eine mitten im Raum aufgebaute Bühne bespielen, um so einen direkteren Kontakt zu den umstehenden Besuchern aufbauen zu können. Ganz eigene Varianten bekannter Stücke stehen auf dem Programm.

Funke springt schnell über

Der Funke springt schnell über, wenn Vess zum Einstieg unglaublich stimmgewaltig Rihannas „Diamonds“ ihr Organ leiht. Es folgt eine sehr groovige Fassung von Stings „Englishman In New York“, getragen von Levitas leicht rauchiger Stimme. Und er schickt gleich noch Elton John mit „I´m Still Standing“ hinterher. Spätestens mit „Possibilities“ haben sie sich richtig eingegroovt, getragen von einem leicht halligen Klarinettensolo Coderas. „What About Us“ fragt Pink mit der unglaublich reif klingenden Stimme von Vess. Bass und Schlagzeug liefern sich ein eindrucksvolles Duett.

„Ohne Proben nach oben“ ist Coderas Motto, denn er hasst nach eigener Aussage Proben. Die Musiker müssen professionell genug sein, um die Stücke auch spontan spielen zu können. Nur eine kurze Abstimmung der Setlist findet vorweg statt. Rund 3000 Titel habe er drauf, erzählt Codera. Und er habe einen Pool von ungefähr 1800 MusikerInnen, die er spontan für sein Projekt abrufen könne. Weitere 800 würden in zweiter Reihe in „Reserve stehen“.

Band spielt sich in den Rausch

„Stand By Me“ stimmt Levita lässig zu Beginn des zweiten Sets an und das Publikum steht ihm voll zur Seite. Danach lassen einen richtigen Rock-Kracher von der Leine, zu dem Bahr ein unglaublich lässiges Solo beisteuert. Die Band ist im Session-Pur-Fieber und spielt sich förmlich in einen Rausch. Sie spulen einen Reißer nach dem nächsten ab, um dann mit Don HenleysNew York Minute“ wieder etwas runterzufahren. Und wenn zum Ende Vess noch mit mächtiger Stimme Adeles „Rolling In The Deep“, gefolgt von Alice Mertons „No Roots“ raushaut, zu dem die Band ein höllisches Tempo anzieht, kocht die Stimmung auf dem Höhepunkt.

„Wir machen Musik, weil wir Musik lieben“ sind Coderas Abschlussworte. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Von Jörg Linnhoff

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