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Regional Carolyn Christov-Bakargiev stellt sich vor
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19:05 25.03.2009
Quelle: International orientiert: Carolyn Christov-Bakargiev.
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Sie ist eine temperamentvolle Frau mit blitzenden Augen und wachem Geist. Deutsch spricht Carolyn Christov-Bakargiev noch wenig, aber sie übt schon eifrig „Ich bin sehr traurig, dass ich nicht im Deutsch sprechen kann“).
Die 51-jährige Kunsthistorikerin und Kuratorin wurde als Tochter eines Arztes, der aus Bulgarien nach Italien geflohen war, und einer italienischen Archäologin 1957 in Washington/D.C. in den USA geboren. Ihr Studium in Pisa schloss sie 1981 mit einer Arbeit über amerikanische Kunst und Literatur der 1950er Jahre ab. Anfangs schrieb sie Kunstkritiken, hat später aber begonnen, Ausstellungen zu kuratieren und ist auf diesem Gebiet mittlerweile international tätig. Unter anderem hat sie eine Biennale in Sidney mit mehr als 100 Künstlern kuratiert.
Im Gespräch mit Vorstandsmitgliedern des Kasseler Kunstvereins im überfüllten Saal des Kasseler Museums Fridericianum berichtete sie, sie habe mehr von Künstlern als von der Universität gelernt und orientiere sich nicht an Vorbildern als Autoritäten, sondern finde bei ihnen Inspiration.

Künstlerisches Individuum

Die Kasseler Documenta sei ein bedeutender Ort für kulturelle Freiheit, zugleich die bedeutendste Ausstellung für den weltweiten kulturellen Dialog, hob Christov-Bakargiev hervor. Einzelne Künstlernamen nannte sie nicht, betonte aber, dass es ihr bei der Auswahl um das künstlerische Individuum gehe, nicht um Nationen. Das gleich gelte für Kassel als Ausstellungsort: Viel wichtiger als der Umstand, dass die Documenta im alten Europa angesiedelt sei, sei die Frage, was die Ausstellung zu bieten habe.
Gesprächspartner der Documenta-Leiterin waren Bernhard Balkenhol, der Vorsitzende des Kasseler Kunstvereins, die Museumspädagogin Juliane Gallo und der Kasseler Architekturprofessor Christian Kopetzki. Bisweilen allerdings waren deren Fragen von derart ausführlichen theoretischen Vorüberlegungen überwuchert, dass Christov-Bakargiev Mühe hatte, die Zielrichtung der Frage zu verstehen. Aus ihren Antworten ging indes hervor, dass sie sich mit Kassel aus Ausstellungsort bereits intensiv auseinandergesetzt hat, was sie noch vertiefen will. Dennoch sei es ein Risiko, die Documenta 13 noch intensiver mit der Stadt zu verbinden. Der internationale kulturellen Dialog dürfe nicht ins Provinzielle abgleiten.
Zum museumspädagogischen Ansatz der Documenta 13 lieferte sie einen bemerkenswerten Beitrag. Der Besucher solle, so Christov-Bakargiev, in der Ausstellung nicht geführt, sondern emanzipiert werden.

Von Michael Schäfer

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