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Casting für „Fleisch ist mein Gemüse“ im Deutschen Theater Göttingen

Versierter Keyboarder gesucht Casting für „Fleisch ist mein Gemüse“ im Deutschen Theater Göttingen

Ich spiele heute hier nichts vor“, sagt ein Bewerber. Trotzdem will er in die Band. „Fleisch ist mein Gemüse“ nach dem Roman von Heinz Strunk soll am Sonnabend, 27. April, in der Regie von Antje Thoms im Deutschen Theater (DT) Göttingen Premiere haben. In Roman und Inszenierung tritt die Band „Tiffanys“ auf.

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Kandidat: Steffen Ramswig (l.), beobachtet von Fred Kerkmann.

Quelle: Hinzmann

Einige Instrumente werden von Schauspielern gespielt – doch ein Keyboarder findet sich nicht im Ensemble. So sucht also das Regieteam nach einem fähigen Musiker mit kleiner Sprechrolle.

Zu dem Casting sind sechs Männer erschienen, die  meisten zwischene 35 und 45 Jahre alt. Fast alle spielen etwas am Klavier vor. Einer jedoch weigert sich. Trotz 20-jähriger musikalischer Erfahrung, so sagt es der Kandidat, will er sich nicht ans Klavier setzen. Diejenigen, die etwas präsentieren, machen es gut.

Der Jüngste der Bewerber ist Henning Spier. Der 27-Jährige hat gerade sein Lehramtsstudium an der Universität Göttingen abgeschlossen und wartet nun auf einen Referendariatsplatz. Für den Musiker mit variablem Anschlag sind die geforderten Stücke „Time is tight“ und „Sag mir Quando“ kein Problem. Fred Kerkmann, musikalische Leiter der Inszenierung , meint zur Erheiterung aller: „Für eine Tanzband bist du maßlos überqualifiziert.“

Matthias Hofmann legt sofort los und greift auf ein großes Repertoire zurück. Er braucht keine Noten, um die geforderten Stücke zu spielen und zu singen. Kein Wunder: 1977 hat Hofmann die Tanzband „The Entertainers“ gegründet, die es noch heute gibt. Er ist zu dem Casting gekommen, weil er sich in der Geschichte von Heinz Strunk wiederfindet. „Unter uns Tanzmusikern ist es ein richtiges Kultbuch“, meint der spielfreudige Mann.

Auch Rüdiger Brunkhorst singt und spielt. Der Kirchenkreismusiker für Popularmusik hat sich vorbereitet. Nach kurzem Plaudern mit der freundlichen Regisseurin präsentiert er unter anderem ein Lied von Roland Kaiser . Der Jury gefällt es.

Aber ein anderer überzeugt in mehreren Punkten. Steffen Ramswig ist kein Unbekannter im Deutschen Theater. Er wirkte unter anderem bei „West Side Story“ und „Babytalk“ als Pianist mit. Der Musiklehrer spielt die vorgegebenen Stücke sicher. Dramaturgin Anna Gerhards begründet die Wahl: „Alle Bewerber spielten auf einem hohen musikalischen Niveau. Es war also keine leichte Entscheidung für uns. Letztendlich passt Steffen Ramswig am besten in die zu besetzende Rolle. Es war eine Typ-Entscheidung.“

Von Friedrich Schmidt

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