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„Celtic Angels“ zu Gast in der Göttinger Stadthalle

Tour durch Deutschland „Celtic Angels“ zu Gast in der Göttinger Stadthalle

Eine Nebelmaschine schickt Schwaden über die Bühne, vier im Hintergrund herabhängende Stoffbahnen werden atmosphärisch angestrahlt, Glockenklang erschallt: Das ist das Zeichen, für die acht „Celtic Angels“ hereinzuschweben.

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Mit Talent und Klasse, aber statisch: die sechs Sängerin und zwei Musikerinnen der „Celtic Angels“.

Quelle: Heller

Göttingen. Ein „himmlischer“ Bühnenaufgang und somit ganz im Sinne des Tour-Titels „Magic Moments“. Rund 200 Zuschauer in der Göttinger Stadthalle wollten das erleben.

Das Programm-Faltblatt verspricht „traditionelle irische Folklore“ sowie „große Hits aus Pop und Klassik neu interpretiert“.

Wer aufgrund dieser Beschreibung als Fan keltischer Musik den nicht unerheblichen Ticket-Preis zu zahlen bereit war, kann von der sehr professionellen, qualitativ exzellenten und rund zweistündigen Darbietung sicherlich nicht enttäuscht gewesen sein. Sofern er die Sängerinnen nicht mit den erfolgreichen Celtic Woman verwechselt hat, an die sich diese Rundreise der Angels durch Deutschland eindeutig orientiert.

An Talent und Klasse mangelt es den studierten sechs Sängerinnen und zwei Instrumentalistinnen nicht, lediglich das sie umgebende Konzept erscheint gelinde gesagt karg. Burgenlandschaften und Orchester des Originals werden in diesem Konzept durch ein treppenartiges Bühnengebilde und Begleitmusik vom Band ersetzt. Als choreografische Elemente lassen sich mit Wohlwollen synchrone Kopfdrehungen und gestaffelte Auf- und Abgänge identifizieren.

Äußerst angenehme Auflockerung erfährt das Programm durch die Instrumentalstücke der an Ausstrahlung und Spielfreude reichen Lotta Virkkunen (Geige), die die ansonsten eher bedächtige Performance mit einem irischen Tanz unterbrach, und der beeindruckenden Solo-Interpretation eines Traditionals an der Harfe von Joanna Byrne (auch Flute und Bratsche).

Überraschung kurz vor Schluss

Die meisten Titel des Abends waren ebenfalls aus dem Repertoire der Celtic Woman entliehen, gehörten aber dafür zu den Glanzlichtern des Sets: klassische Arien, bekannte Pop-Nummern wie „You’ll never walk alone“, Volkslieder, Balladen wie „Scarborough Fair,“ der irische Evergreen „A woman’s heart“ oder die Hymne „Amazing Grace“.

Die 24-jährige Francesca Berlin überzeugte mit einer gewagten Interpretation des Evanescence-Hits „Wake me up inside“, der von einem soundgewaltigen Gothic-Rock-Brecher in eine getragene, klassische Vocal-Nummer verwandelt wurde. Auch in Duett-Formation konnten die Sängerinnen ihr Können in Szene setzen.

Die acht Engel ließen sich von der wohl deprimierenden Perspektive auf einen nicht mal zu einem Viertel gefüllten Saal nicht beeindrucken, und es gelang ihnen durch professionelle Bühnenpräsenz, diesen Umstand beinahe vergessen zu machen. Die Harmoniegesänge mögen zwar schlicht präsentiert worden sein, in ihrer Komplexität und ihrem Anspruch hätten sie durchaus ein größeres Publikum verdient gehabt.

Für eine Überraschung sorgten die Celtic Angels kurz vor Schluss noch einmal mit der Interpretation des deutschsprachigen Wiegenliedes „La-Le-Lu, nur der Mann im Mond schaut zu“. Mit zwei rasch abgewickelten Zugaben wurde das Publikum dann wachgerüttelt, bevor eine Stimme aus dem Off das Ende der Show verkündete.

Mit dem Gassenhauer „Whiskey in the Jar“ im Ohr wurden die Zuhörer zum Meet and Greet im Forum eingeladen. Dorthin waren die „Engel“ nach der letzten Nummer so schnell geschwebt, dass sie es tatsächlich schafften, wohl noch etwas mehr als 20 Fans abzupassen.

Von Anna Kleimann

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