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00:17 02.02.2017
Quelle: r
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Göttingen

Organisiert hatte diesen „Projektchor Synagogalmusik“ die Göttinger Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Seit dem ersten Projekt dieser Art 2014 gab es immer mehr Zuspruch in der Öffentlichkeit. Neben den Kirchenbänke mussten zusätzliche Klappstühle aufgestellt werden, um den Besucheransturm zu bewältigen.

Die fünf Psalmvertonungen von Louis Lewandowski (1821-1894), dem Kantor der Neuen Synagoge in Berlin, bildeten den Schwerpunkt des Programms: schlichte, tief empfundene Chorsätze mit Orgelbegleitung. Eine Orgel wurde 1810 erstmals in Seesen in einer Synagoge benutzt, eine Reformidee, die allerdings nicht von orthodoxen, sondern nur von liberalen jüdischen Gemeinden gutgeheißen wurde.

Doch zeigte die Aufführung unter der spannungsreichen, dynamisch differenzierten Leitung von Antonius Adamske deutlich die hohen Qualitäten dieser Musik, die große Ähnlichkeiten mit Mendelssohns Kirchenmusik aufweist. Besonders bewegend geriet das auf Psalm 92 beruhende „Psalmlied für den Sabbat-Tag“ von Salomon Sulzer (1804-1894), der in Wien als jüdischer Kantor wirkte und in seiner Musik Schubert verpflichtet ist.

Ergänzt wurde das Programm durch zwei Werke des 20. Jahrhunderts. „Kiddush“ heißt ein Segensspruch, der jüdische Feiertage einleitet. Kurt Weills Vertonung lässt Elemente von Jazzharmonik durchscheinen, die gleichwohl nirgends den Ernst dieser Komposition einschränken. Vom 1944 in Auschwitz ermordeten Viktor Ullmann waren zwei hebräische Chöre zu hören, die gerade in ihrer Schlichtheit besonders eindringlich wirkten.

Der Chor hatte sich gründlich auf dieses Konzert vorbereitet, dem die Solistin Charlotte Diekmann mit ihrem unangestrengt locker fließenden Sopran Glanzlichter aufsetzte. Zuverlässiger Begleiter des Chores an der Orgel war Robin Hlinka. Er bereicherte das Programm mit der selbstbewusst gestalteten vierten Orgelsonate von Mendelssohn. Die Zuhörer klatschten ausgiebig.

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