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Christopher Paul Stelling und „Ha Ha Tonka“ zu Gast in Göttingen

Wilder Westen im Pools Christopher Paul Stelling und „Ha Ha Tonka“ zu Gast in Göttingen

„Ha Ha Tonka“ – wenn man nur den Namen dieser Band hört, fragt man sich, was es wohl mit ihr auf sich hat. In Deutschland ist das Quartett noch nicht sehr bekannt, dementsprechend klein ist die Besucherzahl im Pools am Donnerstagabend.

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Mit Tradition und Moderne: die Band „Ha Ha Tonka“.

Quelle: Roether

Göttingen. In den USA hingegen ist die Gruppe mit dem witzigen Namen schon lange kein Geheimtipp mehr, und dort macht der Bandname auch mehr Sinn. „Ha Ha Tonka“ ist nämlich ein State Park in Missouri, in dem Seenlandschaften und archäologische Stätten zu entdecken sind. Alles erinnert dort an die Indianer, die Ureinwohner Amerikas, die die Fläche „lachende Gewässer“ tauften.

Brian Roberts (Gesang, Gitarre), Brett Anderson (Gitarre), Lucas Long (Bass) und Lennon Bone (Schlagzeug) kommen ursprünglich aus Missouri. Sie schaffen es in ihrem, durch ihren Herkunftsort geprägten, „Southern Rock“ Tradition und Moderne zu verbinden. Manchmal klingen sie sehr nach Folk und Country, zum Beispiel in „Usual Suspects“ oder „Made Example Of“, wenn Anderson mit seiner Mandoline harfenartig die Akkorde auflöst.

Auch das A-cappella-Lied „Hangman“, das die Vier harmonisch anstimmen, evoziert Erinnerungen an alte Zeiten und eine „Wild West“-Atmosphäre. Aber es sind auch rockige, ausgelassene Stücke dabei, die sich peu à peu steigern, um in einem orgastischen Finale zu enden. Insofern hat das neue Album „­Death of a Decade“ wenig mit Untergang zu tun, vielmehr signalisiert es die Geburtsstunde einer wahrlich großen Band.

Noch „eine Kater“ vom Vorabend

Die Besucher tanzen, klatschen und wippen ausgelassen mit. Sie sind sichtlich begeistert, auch da Roberts, der ein bisschen wie der nette Junge von nebenan daher kommt, fast einwandfrei Deutsch spricht. Er versteht es, seine Fans in die Bühnenshow mit einzubeziehen und lässt die Aufführung mühelos erscheinen, obwohl die Band noch „eine Kater“ vom Vorabend hat.

Nicht nur „ Ha Ha Tonka“ waren am Donnerstag zu Gast im Pools, auch Christopher Paul Stelling aus Brooklyn, New York City, trat auf. Er hat zwei CDs veröffentlicht („Songs of Praise and Scorn“, „False Cities“)und bereits mit elf Jahren begonnen zu musizieren. Er lebt für die Musik, spielt Klavier und Klarinette.

Nach Göttingen hat er seine Gitarre und selbstgeschriebene Songs mitgebracht, für die er die Inspiration aus seinen zahlreichen Reisen zieht. Mehr als 200 Auftritte hatte er allein im letzten Jahr in den USA. Dies ist seine erste Europatour. Er genießt die neuen Erfahrungen auf seiner Tournee und fühlt sich auf der kleinen Pools-Bühne sichtlich wohl.

Stelling ist ein hervorragender wie leidenschaftlicher Performer und macht mit seinem rauen Gesang  und seinem ausgezeichneten Gitarrenspiel in Liedern wie „Who I am“, „How long“ oder „Free to go“ den Kurzausflug in den Wilden Westen perfekt.

Von Sarah Lodder

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