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Regional Kräftig und zugleich schwerelos-schwebend
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12:39 01.05.2017
Christian Poltéra (Violoncello) und Gerrit Zitterbart (Klavier) zum Abschluss der Clavier-Tage. Quelle: Bänsch
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Von unheimlicher Klarheit ist der Klang der Stradivari, kräftig und zugleich schwerelos-schwebend. La Mara ist eines von drei weltberühmten Celli des Instrumentenbauers aus dem italienischen Cremona. Viele Cellisten wagen es nicht einmal, das kostbare Kultinstrument zu berühren. „Ich darf es seit einigen Jahren spielen“, sagte Polterá nach dem Konzert im Backstagebereich des Clavier-Salons, einem jahrhundertealten Gewölbekeller.

„La Mara gehört einer Privatperson“, deutete der Schweizer Musiker an. Ihm sei das Instrument als Leihgabe anvertraut worden. Das Cello müsse gespielt werden, um nicht Schaden zu nehmen. Keinen Moment dürfe er es aus den Augen lassen. Schon einmal sei es fast zerstört worden – 1963 bei einem Fährunglück in Südamerika. Sorgsam sei es damals wieder restauriert worden. Den schlimmen Wasserschaden sieht man dem Instrument, das aus rötlich-hellem, schön gemaserten Holz gearbeitet ist, nicht mehr an.

Die Stradivari stand in der Sonate für Klavier und Violoncello g-Moll op. 5,2 (1796), mit der das Konzert begann, noch im Schatten des dominaten Flügels, ebenfalls eines historischen Instruments – nach Anton Walter von 1795. Die Sonate gehört zum frühen, klassisch geprägten Werk Beethovens. Das mal dramatische, mal grüblerisch-besinnliche Adagio führte langsam zum ruppig, beschwingten Allegro hin, das Zitterbart virtuos zu spielen wusste. Die Sonate schloss mit einem ungestümen Rondo.

Zur mittleren Schaffensperiode des Komponisten zählt die Sonate A-Dur op. 69 (1807/08), mit der das Konzert endete. In diesem Werk stehen beide Instrumente gleichberechtigt nebeneinander. Die Stradivari war in ihrer ganzen klanglichen Bandbreite zu genießen. Zitterbart begleitete sie auf einem Nachbau von Michael Walker und Anonymus von 1825. Auf ein melancholisches Allegro folgte das Allegro und ein ausgedehntes Adagio.

Die Sonaten rahmten Beethovens Variationen zu schönen Melodien aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Zauberflöte“ ein. Zum einen gab es Zwölf Variationen über „Ein Mädchen oder Weibchen“, zum anderen Sieben Variationen über „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ zu hören. Sehr klassisch sind diese Mozart-Bearbeitungen und klingen doch unverkennbar nach Beethoven. Zum Teil sind die einzelnen Variationen keine 20 Takte lang. Fließend gehen sie ineinander über. Das Publikum im ausverkauften Salon applaudierte lange begeistert.

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