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Regional „Ich war verliebt in Ted Hughes“
Nachrichten Kultur Regional „Ich war verliebt in Ted Hughes“
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00:15 01.11.2016
Connie Palmen Quelle: r
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Göttingen

In der Ich-Perspektive erzählt Palmen in poetischer Prosa Hughes' Version der Liebesgeschichte, die so tragisch endete und Hughes bis zu seinem Tod 1998 nie wieder los lassen sollte. Ihr Roman „Du sagst es“ ist aus diesem Grund ein gewagtes Unterfangen, das sogar vermessen anmutet. So fragt auch Stefan Lohr vom NDR nach, wie Palmen die Stimme Hughes' in sich gefunden habe. „Es klingt schwierig, aber das war es nicht“, so die Niederländerin. Sie habe eines Tages Hughes' Einleitung zu Plath' Tagebüchern gelesen, die er nach ihrem Tod herausgab und habe plötzlich entdeckt, dass das eigentlich ihre Stimme sei, die da spreche. 

Realität und Fiktion

Für sie sei das literarische Genre der Biographie viel problematischer gewesen. Die Leute erwarteten dann immer die Wahrheit über eine Person zu erfahren, aber die eine Wahrheit gebe es nicht und genau das sei Literatur, so die charismatische Palmen. Wagnis hin oder her: Es ist ihr auf wunderbare Weise gelungen Ted Hughes eine authentische Stimme zu verleihen. Während Palmen – sich immer wieder durch das wilde Haar fahrend – aus dem Roman liest, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion und man weiß wirklich kaum noch, wer da spricht. 

Erst kurz vor seinem Tod habe Hughes sich – und das auch ausschließlich literarisch – mit seinem Gedichtband „Birthday letters“ zu seiner Beziehung zu Plath geäußert. Zeit seines Lebens hat er die Rolle des „brutalen Verräters“ertragen, die ihm ihm die Öffentlichkeit zuerkannt hatte, nachdem er „die zerbrechliche Heilige“ betrogen hatte, die posthum vor allem mit ihrem einzigen Roman „Die Glasglocke“ bekannt wurde. 

Depressionen und Todessehnsucht

Neben einer persönlichen Vorliebe für Hughes, „ich habe Ted Hughes geliebt“, habe sein Schicksal sie betroffen gemacht, so Palmen. Sie ist überzeugt, dass er Plath immer geliebt habe, mehr noch, er habe ihr helfe wollen ihre zahlreichen Masken abzulegen, privat und literarisch. Dieses Anliegen spricht aus jedem Wort in „Du sagst es“, in dem Palmen als Hughes nur von „meiner Braut“ spricht, die in seinem Umfeld nicht besonders gut ankommt mit ihrer immer extremen, oft exaltierten Art, hinter der sich Depressionen und Todessehnsucht verbagen.

Aufopferungsvoll kümmerte er sich um sie, die ihm zwei kleine Kinder hinterließ, und konnte Plath doch nicht retten. „Wer Selbstmord begeht, will immer zwei töten“, heißt es bei Arthur Miller. Das Ted Hughes  dies am eigenen Leib erfahren hat, macht Palmen in "Du sagst es" meisterlich spürbar.

Von Marie Varela

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