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Consol Theater Gelsenkirchen spielt „Looking for Gretel“

16. Domino-Theaterfest Consol Theater Gelsenkirchen spielt „Looking for Gretel“

Neun graue Sofas stehen auf der Bühne im Studio des Deutschen Theaters (DT) Göttingen. Sie werden 75 Minuten lang von vier Schauspielern umhergeschoben, ihre Sitzflächen auf- und abgebaut. Die Akteure lümmeln darauf oder sitzen. Sie kuscheln oder giften sich an.

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Moderner Krimi nach Grimmscher Vorlage: Markus Kirschbaum (Vater), Hanna Charlotte Krüger (Gretel) und Eva Horstmann als Schwiegermutter (von links) in „Looking for Gretel“.

Quelle: EF

„Looking for Gretel“ heißt das Stück von Charles Way, vom Consol Theater Gelsenkirchen vor einem Jahr als Uraufführung gespielt und nun Teil des 16. Domino-Theaterfestes.

Autor Way hat nach dem Grimmschen Märchen „Hänsel und Gretel“ einen modernen Krimi geschrieben. Der Vater (überzeugende Jammergestalt: Markus Kirschbaum) verbringt nach dem Tod der Mutter seine Zeit in der Kneipe. Die Schwiegermutter (schön fies: Eva Horstmann) ist hinterhältig und kriminell. Sie stiftet einen Cousin an, Tochter Gretel (manchmal arg mädchenhaft: Hanna Charlotte Krüger) zu entführen. Doch Sohn Hänsel (tough: Tobias Novo), der sich für seine Schwester verantwortlich fühlt, verfolgt hartnäckig alle Spuren, um seine Schwester zu befreien. Natürlich kommt es zum Happy End, das für die Geschwister noch viel glücklicher verläuft, als geahnt. Ein Märchen eben – mit Versager und Verbrecher, Prinzessin und Helden.

Regisseurin Andrea Kramer hat ihre Inszenierung chorisch angelegt. Die vier Schauspieler bleiben immer auf der Bühne, sie müssen sich auch um die Veränderungen im sofalastigen Bühnenbild kümmern. Selten sprechen sie miteinander, meist agieren sie wie Erzähler. Lustvolles emotionales Spiel hat hier wenig Raum. Präzise hat Kramer einen dramaturgischen Rhythmus entwickelt und damit Spannung erzeugt. Sie legt dar, wie Theater funktioniert, raubt damit aber viel Illusion.

Von Peter Krüger-Lenz

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