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„So etwas habe ich gewollt“

DT-Schauspielerin Gaia Vogel „So etwas habe ich gewollt“

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor. Gaia Vogel ist zu dieser Spielzeit aus Berlin ans DT gekommen. Sie spricht über Penthesilea, Eiscreme, Intuition und Göttinger Berge.

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Film drehen? Viel Kopfarbeit!

Quelle: Niklas Richter

Göttingen. Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor.

Gaia Vogel, Jahrgang 1992, ist mit der neuen Spielzeit an das Deutsche Theater gekommen. Geboren ist sie in der Schweiz, aufgewachsen in Berlin, wo sie auch an der Schauspielschule Ernst-Busch studiert hat. Warum jetzt Göttingen? Große Lust auf einen Neuanfang hatte sie. „Und ich hatte schon viel vom Deutschen Theater gehört!“. Einer ihrer Freunde – Florian Donath, seit der Spielzeit 2016/2017 am DT – hat dazu beigetragen. Und „nach dem Vorsprechen hatte ich gleich ein gutes Bauchgefühl!“ Das junge Ensemble gefalle ihr und die Möglichkeit, auch musikalisch zu arbeiten.

Wichtig sei ihr auch, dass Göttingen eine sehr studentische Stadt sei. „So etwas habe ich gewollt!“ Einige Wochen ist sie erst hier in der Stadt, viele offene und kreative Menschen habe sie kennengelernt. Gibt es schon etwas, auf das sie nicht verzichten möchte? „Eiscreme!“ Jeden Tag führt ihr Weg sie in eine kleine Eisdiele in der Kurzen Geismarstraße. Erdnuss und Salted Caramel sind gerade ihre Favoriten. Aber nicht nur das Eis hat es ihr angetan, sie ist auch begeistert von den Hofläden der Region. „Hier ist man näher dran am gesunden Essen.“ Und Kürbiss und Käse können mit dem Eis gut mithalten.

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Die Schauspielerin Gaia Vogel ist zu dieser Spielzeit ans Deutsche Theater nach Göttingen gekommen. Fragen zur Stadt, Traumrollen und Lieblingsessen beantwortet sie auch mit gekonnten Gesten.

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Die junge Schauspielerin hat schon relativ viel fürs Fernsehen gearbeitet und bei einigen Filmen mitgespielt. Aber „das Theater ist meine Basis, da komm ich her“, erklärt sie. Und das wünsche sie sich so auch für die Zukunft. Filme seien eher „das Sahnehäubchen“ bei der Arbeit. Die Arbeitsweise beim Theater komme ihr auch mehr entgegen. Filme drehen bedeute extrem viel Kopfarbeit, sich selbst vorbereiten und trainieren, sofort auf dem Punkt zu sein. „Im Theater wird mehr gemeinsam erarbeitet, gemeinsam entdeckt. Da fühle ich mich sicherer.“

Zur Entspannung steigt Vogel gern aufs Fahrrad. Allerdings sei sie von Berlin das Fahren im Flachen gewöhnt. „Hier muss man ja so viel bergauf“, stöhnt sie. Dann lieber Yoga als Entspannungsmethode. Vor einer Premiere aber bleibt sie angespannt. „Eine gute Anspannung, aber auch Angst und Nervosität“, beschreibt sie. Angst, dass der Körper nicht so gehorchen will, dass sie sich durch die Aufregung nicht so auf ihre Intuition verlassen kann. Und die ist ihr wichtig. „Ich glaube im Studium wird vor allem unsere Intuition geschult.“ Wann sich zurücknehmen, wann sich trauen.

Eine Rolle, die sie unbedingt mal spielen will? Schwierig. „Kleists Penthesilea vielleicht, aber dafür brauche ich noch eine Idee!“ Sie liebe die große Sprachwucht von Kleist, sehe in seiner Penthesilea nicht nur die typische Kriegerin. „Aber ich brauche noch mehr Erfahrung“, sagt sie. Noch sei die Ehrfurcht hinderlich. Drama oder Komödie, das ist für sie nicht so die Frage. „Beides möglichst abwechselnd!“ Im Moment eher Komödie. Vogel ist in „Fräulein Agnes“ zu sehen.

Von Christiane Böhm

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