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Der aufwendigste Roman meines Lebens

Kultur / Daniel Kehlmann im Gespräch Der aufwendigste Roman meines Lebens

Bekannt geworden ist Daniel Kehlmann mit seinem Roman „Die Vermessung der Welt“, der in Göttingen spielt. Gerade ist sein neues Buch „Tyll“ erschienen, das er am Freitag, 20. Oktober, beim Literaturherbst vorstellen wird. Vorab hat er über New York, Tyll und die Gauß-Sternwarte gesprochen.

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Der Schriftsteller Daniel Kehlmann, derzeit in New York.

Quelle: R

Göttingen/New York. Bekannt geworden ist Daniel Kehlmann mit seinem Roman „Die Vermessung der Welt“, der in Göttingen spielt. Am Mittwoch, 11. Oktober, erscheint sein neues Buch „Tyll „, das er am Freitag, 20. Oktober, beim Literaturherbst vorstellen wird. Vorab hat er über New York, Tyll und die Gauß-Sternwarte gesprochen.

Sie leben derzeit in den USA. Was hat Sie dort hingetrieben? Bleiben Sie länger?

Hingetrieben hat mich die Liebe zu New York. Es gibt keine Stadt, die so inspirierend ist. Außerdem unterrichte ich ein Seminar an der New York University. Eine Weile werde ich wohl noch bleiben.

Im Oktober erscheint ihr neuer Roman „Tyll“. Es heißt, Sie erfinden die Till-Eulenspiegel-Figur neu? Warum war das notwendig?

Notwendig war das überhaupt nicht. Ich habe es einfach so getan.

Was unterscheidet ihren Tyll von Till?

Der Till des Braunschweiger Volksbuchs ist ja eigentlich keine literarische Figur. Er ist überhaupt keine Figur, sondern eine in kurzen Anekdoten auftretende ziemlich brutale Psychopathen-Figur, der Menschen böse Dinge antut, lacht und sich dann davonmacht. Mein Tyll ist eine Figur, ein Entertainer, ein Gaukler, ein Showman, darüber hinaus ist er mir ziemlich rätselhaft.

Die Geschichte ihres ersten großen Erfolgs „Die Vermessung der Welt“ spielt zu einem großen Teil in Göttingen. Mehrfach haben Sie hier auch schon gelesen. Was schätzen Sie an der Stadt?

Der etwas alberne Slogan über die Stadt, „die Wissen schafft“ ist eben doch auch wirklich wahr. In Göttingen wurde so viel Wissen geschaffen! Es war die Stadt von Gauss und Lichtenberg, unter anderem. Die Stadt von Hilbert! Und die Stadt von so vielen anderen. Wie soll man sich da nicht wohl fühlen!

Haben Sie hier Lieblingsorte?

Natürlich Gauss’ Sternwarte!

Wenn Sie beim Literaturherbst auftreten, bleiben sie etwas länger in Göttingen, oder fahren Sie direkt wieder ab?

Ich muss leider gleich am nächsten Tag weiter, auf Lesereise ist das nun mal so. Wirklich schade.

Die Arbeit an „Tyll“ ist abgeschlossen. Was wird ihr nächstes Projekt?

Ganz ehrlich, ich habe keines. „Tyll“ war der aufwendigste Roman meines Lebens, noch bin ich einfach glücklich, dass er fertig ist und erscheint. Ich habe nichts Neues.

Von Peter Krüger-Lenz

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