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„Das Hiob Experiment“

Bandbuch und Psychothriller „Das Hiob Experiment“

Lars Oppermann ist ein umtriebiger Mensch: Er war Gitarrist der Band „Eat No Fish“ und spielt aktuell bei „Dan Hiob“ und den „Superstarfuckers“. Zudem ist er zweifacher Bandstipendium-Gewinner des Landes Niedersachsen (Radio FFN New Sensation).

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Lars Oppermann

Quelle: Ubrig

Jetzt hat der 36-jährige Einbecker, der in Hannover lebt, noch Zeit gefunden, ein Buch zu schreiben: „Das Hiob Experiment“, erschienen im Göttinger Verlag Mauritz und Grewe. Auch wenn das Genre so neu nicht ist, sind autobiografische Bandbücher im besten Fall eine Win-Win-Angelegenheit: Fans erfahren vermeintliche Intima, und die Musiker können sich im rechten Bild darstellen. Der Schreibstil ist dann auch eher unwichtig, ist ja eher „for Fans only“.

Doch „Das Hiob Experiment“ will mehr sein als Bandtagebuch. Anekdoten aus den Touren von „Dan Hiob“ und den „Superstarfuckers“ vermischen sich mit einer etwas kruden Geschichte um Dan, der wegen Geldnot in einer Videothek arbeitet und sowohl Opfer wie willenloser Täter eines Rachefeldzuges wird.

An deftigen Szenen und Beschreibungen wird nicht gespart: „In meinem Mund verliert der Geschmack der Geilheit zweier Frauen den Kampf gegen das Nutellabrot“, heißt es, nachdem Dan nach einem Auftritt zwei Mädchen abgeschleppt hat. Überhaupt scheint Dan bei fast allen Frauen die er trifft landen zu wollen und zu können. Allerdings führt ihn dies auch ins Verderben: Er trifft Judith, doch kurz nachdem er sie kennenlernt, wird einer seiner Chefs in der Videothek brutal misshandelt aufgefunden. Anscheinend ist Dan der Täter. Doch der kann sich an nichts erinnern.

Oppermann schreibt die Geschichte sowohl aus Dans als auch aus Judiths Sicht. Und während die Personenzeichnung des Dan authentisch wirkt – porträtiert er sich da selbst? –, ist seine Judith doch etwas flach geraten. So wirklich erschließt es sich nicht, warum sie so handelt, wie sie handelt.
Zudem entwickelt man für keinen der Protagonisten Sympathie: Dan ist als prolliger Punkrocker selbst Schuld an seinem bitteren Schicksal, Judith zu kühl und berechnend, das misshandelte Opfer ein böser Mensch und die anderen auftretenden Nebenfiguren bleiben blass und wirken wie Abziehbilder. Nur über die Auftritte der Band und ihr Leben auf Tour zu lesen, wäre letztlich amüsanter gewesen. So aber ist das Buch ein Mix, der nicht zusammenpasst.

Lars Oppermann signiert sein Buch am Sonnabend, 19. Dezember, um 16 Uhr in der Buchhandlung Deuerlich, Weender Straße 33, in Göttingen. Abends spielt „Dan Hiob“ beim „Dark X-Mas-Festival“ im Göttinger Exil, Prinzenstraße 13. „Das Hiob Experiment“. Mauritz und Grewe 2009, 224 Seiten, 14,99 Euro.

Corinna Berghahn

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