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13:15 25.10.2016
Klavierkonzerte in einem Kammermusikprogramm? Ja, das ist möglich. Quelle: Schäfer
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Göttingen

Klavierkonzerte in einem Kammermusikprogramm? Ja, das ist möglich. Denn Mozart selbst hat diese klein besetzte Fassung „a quattro“, also mit zwei Violinen, Viola, Violoncello und als Bassverstärkung Kontrabass, seinem Wiener Publikum angeboten. Selbstverständlich bedeutet die Streichung von Bläserstimmen – beim Konzert A-Dur KV 414 sind es zwei Oboen und zwei Hörner, beim Konzert C-Dur KV 415 sogar je zwei Oboen, Fagotte, Hörner und Trompeten samt Pauken – einen klangfarblichen Verlust. Aber das bedeutet, wie am Sonntag in der gut gefüllten Universitätsaula zu erleben, keinesfalls eine substanzielle Einbuße. Durchaus aufgewogen wird dies durch den Gewinn an Transparenz.

Nächstes Konzert:

Das nächste Konzert in der Reihe der Aulakonzerte: Das Schumann-Quartett ist am Sonntag, 20. November, um 19.45 Uhr zu Gast in der Aula der Universität am Wilhelmsplatz.

In diesem intimen Rahmen konnten sich die sanglichen und gleichermaßen die brillanten Qualitäten dieser Konzerte wunderschön entfalten. Mit Hingabe musizierte der unter anderem bei Bernd Goetzke in Hannover profund ausgebildete Pianist Haiou Zhang seinen Solopart, setzte einem ausgesprochen zärtlichen Pianissimo belebende scharfe Akzente entgegen, ließ virtuos glitzernde Läufe hören. Zugleich bemühte er sich hörbar darum, seiner Hörerschaft die frühromantischen Qualitäten von Mozarts Musik nahezubringen, hier mit einer graziösen Verzögerung, dort mit einer überraschenden Atempause, auch mit bisweilen reichlichem Pedaleinsatz, manchmal auch mit einem zeitlich etwas verzögerten Einsatz der Melodiestimme.

Keine Frage: Ein solches Spiel ist ausdrucksvoll, vermag zu bezaubern. Doch eine solche Romantisierung – an der sich auch die sehr harmonisch miteinander musizierenden Streicherkollegen beteiligten – nimmt etwas vorweg, was bei Mozart gleichsam nur keimhaft angelegt ist. So als öffne man eine zarte Knospe, die sich nicht zu wehren vermag.

Was die Musiker des Meccore –Quartetts an romantischem Impetus zu entfachen vermögen, zeigten sie in Szymanowskis erstem Streichquartett auf hinreißende Weise. Das ist, so abgedroschen dieses Wort sein mag, eine glutvolle Musik mit blühenden Kantilenen,  wunderbaren klangfarblichen Schattierungen, einer vorwärtsstürmenden Leidenschaftlichkeit, dass es dem Hörer schier den Atem nimmt, dazu auch im finalen Scherzo mit viel Spielwitz und Humor. Hier trampelte das Publikum vor Begeisterung. Als Gutenachtlied gab es zum Schluss das zauberhafte Andante aus Mozarts C-Dur-Konzert als Zugabe ein zweites Mal.

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