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Regional Jim Knopf und seine Abenteuer fern von Lummerland
Nachrichten Kultur Regional Jim Knopf und seine Abenteuer fern von Lummerland
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18:13 08.11.2018
Proben für das Stück über J“im Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ im Deutschen Theater. Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

EEs ist erstaunlich, wie einfach und einfach schön man so aktuelle und vermeintlich schwierige Themen wie „fremd sein“ und Überbevölkerung behandeln kann. Und wie selbstverständlich sich durch Freundschaft und Solidarität große Meere und Grenzen überwinden, Inseln versetzen und böse Drachen besiegen lassen. Und das verpackt in einem wunderbaren Theaterstück für die ganze Familie: mit phantasiereichen, aufwendigen und einfach schönen Bühnenbildern; mit einer märchenhaften Geschichte, in der selbst die Bösen sympathisch rüber kommen; und mit Schauspielern, die sichtlich Spaß an ihren kindgerecht überzogenen Rollen haben ohne im richtigen Moment die Ernsthaftigkeit der Situation infrage zu stellen.

Jim Knopf und Lukas haben den Drachen „Frau Wahs“ besiegt. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Das gilt besonders für den gelegentlich etwas knurrigen aber ungewöhnlich einfühlsamen Lukas (Florian Eppinger) – der Lokomotivführer schlechthin mit blauer Latzhose und Mütze. Er hat eine ganz besondere Beziehung zu seiner Dampflokomotive Emma, die sich immer wieder pfeifend und zischend zu Wort meldet. Und er ist Ziehvater wie allerbester Freund von Jim Knopf, der Hauptfigur in der gleichnamigen Kindergeschichte von Michael Ende.

Sie erzählt von Jim Knopf, einem farbigen Waisenkind, das als Baby mit einem Paket auf der kleinen Insel Lummerland landet. Die Ladenbesitzerin Frau Wahs (Katharina Müller, die auch mehrere allen Rollen spielt) und Lukas kümmern sich um Jim. Mit seiner kindlichen Neugier, Abenteuerlust und einem außergewöhnlich freundlichen Charakter ist er der Sonnyboy aller Mitmenschen und -figuren.

Abenteuerliche Reise nach China

Als er zehn Jahre alt ist, beschließt Inselkönig Alfons der Viertel-vor-Zwölfte, dass Emma die Insel verlassen muss. Sie ist zu klein für einen weiteren Bewohner, wenn Lukas erst einmal erwachsen ist. Lukas und Jim aber können Emma nicht fortschicken – sie Türmen mit ihr über das große Meer nach China und begeben sich damit auch auf die Suche nach Jims Herkunft.

Glückliches Ende: Emma hat eine kleine Lok bekommen, die jetzt Jim fahren darf. Quelle: Christina Hinzmann / GT

 

In China treffen sie auf eine fremde Kultur mit für sie ekligem Essen, auf hochbegabte Kindern, auf den bedauerlichen, einsamen, dicken Drachen Nepomuk mit einer Nilpferdmama und Nilpferdnase, auf schräg singende Geyer, einen Scheinriesen, kriegerische wie alberne Bonze und auf den bösen Drachen „Frau Mahlzahn“.

Rückkehr nach Lummerland

Der hat die kaiserliche Tochter Li Si (Gitte Reppin) entführt. Aber natürlich gelingt es Jim und Lukas, Li Si zu befreien – und mit ihr viele andere entführte Kinder. Und natürlich können sie auch wieder glücklich nach Lummerland zurückkehren. Dort ist wieder genug Platz – Dank einer schwimmenden Insel, die sie auf ihrer Reise kurzerhand abgeschleppt haben.

Gespielt wird Jim von Marchal Impinga Rugano – ein Flüchtling aus Burundi. Ihm gelingt es wunderbar, trotz seiner 27 Jahre, Jim die kindliche Neugier, Abenteuerlust und freundliche Art zu geben, die Ende in die Rolle geschrieben hat. Sein französischer Akzent macht Jim noch charmanter und authentischer, auch wenn Rugano gelegentlich etwas zu leise spricht.

Die Premiere von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ auf der DT-Bühne beginnt am Sonntag, 11. November, um 15 Uhr. Weitere Aufführungen: jeweils Sonntag 25. November/ 2., 9., 16. und 23. Dezember, außerdem am Mittwoch, 26. Dezember um 18 Uhr und 13. Januar um 15 Uhr. Karten gibt es an der DT-Kasse, in den GT/ET-Geschäftsstellen und im Tageblatt-Tickenshop unter gturl.de/JimKnopf.

Von Ulrich Schubert

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