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22:29 29.11.2009
Des Ministers Affäre: Sekretärin Janet (Anne Düe) mit dem Geliebten (Dirk Böther) beim Tête-à-tête. Quelle: Eulig
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Richard Willey ist ein Politiker wie aus dem Klischeebaukasten. Das Kabinettsmitglied ist skrupellos, verlogen, betrügt seine Frau, nutzt seinen Assistenten aus und ist jederzeit bereit, Menschen für seinen eigenen Vorteil zu opfern. Dass die Situation an diesem schicksalhaften Abend außer Kontrolle gerät, verursacht er durch einen Seitensprung, doch für die Leiche, die plötzlich in dem Fenster seiner Hotelsuite liegt, kann er nichts. Um seinen Hals zu retten, setzt er seinen verhuschten Mitarbeiter Georg Pigden unter Druck.

Der Brite Cooney hat mit diesem Stück eine überdrehte Komödie geschrieben, die, wie sollte es auch anders sein, vom Lügen und den Folgen lebt. Sex und Crime bilden die Grund­lage, das ständige Fehlen von Zeit treibt das Chaos auf die Spitze. Neun Figuren sind beteiligt, alle haben ihren Anteil an der Eskalation. Die Vielzahl der Akteure fordert einen noch präziseren Ablauf, als es eine Komödie eh schon benötigt. Jeder Auftritt muss auf die Sekunde sitzen, jede Pointe verpufft, wenn sie nicht auf den Punkt kommt. Regisseur Döring hat hier ganze Arbeit geleistet, und auf sein Ensemble kann er sich verlassen.

Viel Erotik

Für Dirk Böther ist die Rolle des Ministers Willey eine Paraderolle. Er steht im Zentrum, hält die Fäden in der Hand und lügt mit Unschuldsmiene, dass sich die Balken biegen. Thomas Hof spielt den Assistenten, der sich von der grauen Maus zum Womanizer wandelt, sehr präsent. Anne Düe als Janet, des Ministers Affäre, bringt viel Erotik auf die Bühne. Florian Lenz gibt ihren Ehemann etwas überdreht. Sein Ronnie gerät als lispelnder Macho mit Potenzproblemen und Gewaltbereitschaft zu karikierend. Und Henrike Richter spielt einen Kellner, dessen Position in dieser Gemengelage bis zum Ende undurchsichtig bleibt.

Das Premierenpublikum amüsierte sich königlich und würdigte die Ensembleleistung mit begeistertem Applaus. Doch mögen muss man solche Art von brachialem Humor schon, wenn man mit dem Stück Spaß haben will.

Zahlreiche weitere Vorstellungen im Dezember im Jungen Theater Göttingen, Hospitalstraße 6, am Silvesterabend gleich zwei (17.30 und 20.30 Uhr). Kartentelefon: 05   51/ 49   50   15.

Von Peter Krüger-Lenz

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