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Regional Dennis Improda eröffnet Ausstellungsreihe Kunstsequenzen im Lichtenberghaus
Nachrichten Kultur Regional Dennis Improda eröffnet Ausstellungsreihe Kunstsequenzen im Lichtenberghaus
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00:32 26.03.2015
Seine Werke verlangen Interpretation: Dennis Improda. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Sieben mannshohe Fenstergläser stehen an die Wand gelehnt im Weißen Saal. Auf den ersten Blick scheinen sie von schwarzen, schier willkürlichen Mustern und Strukturen bedeckt. Der zweite Blick jedoch offenbart andere Dinge. Ein Stück eines Kleides, zum Beispiel. Oder einen Menschen, eine Palme oder Schuhe. Der Titel der Bildreihe - „Schaufenster“ - verrät, woher diese Strukturen rühren. Nach dem Prinzip der analogen Fotografie hat der junge Künstler aus Hannover die Glasscheiben sensibilisiert, belichtet, entwickelt und ausgewaschen. Diese Arbeit bringt die abstrusen Formen und Muster zum Vorschein, die nun im Weißen Saal ausgestellt werden.

Prozesshaftes und Vergänglichkeit

Neben der Funktion des Abbildens erfüllen Improdas Werke noch einen Zweck. Einige der Werke zeigen Blasen, auf anderen lassen sich lose Gelatine-Schichten entdecken. Das Prozesshafte, die Vergänglichkeit soll so deutlich werden. Einige Bilder enthalten noch genügend Reste von Chemikalien, sodass die Motive darauf weiterhin einen Wandel durchleben.

Einen solchen Wandel erfahren auch Erinnerungen. Sie sind der Manipulation des Erinnernden ausgesetzt. Gedanken an ein Ereignis sind stets eine Rekonstruktion, bei der Abwandlungen unterlaufen. So möchte Improda den Abgesang eines Mediums, das Eigenleben eines Werkes oder einer Erinnerung durch seine Kunst verdeutlichen. Was bleibt, sind Schatten auf dem Bild, Schatten der Erinnerung.

Ganz unterschiedlich - je nach Blickwinkel - wirken auch die chemikalisch bearbeiteten Polaroid-Bilder aus Improdas Reihe „Tag am Meer“. Von Nahem wird der Negativ-Charakter der Bilder deutlich, jedes einzelne Bild für sich wirkt düster. Betrachtet man die Installation aus der Ferne, wirkt das Gesamtbild plötzlich farbenfroh und fröhlich. Unter den Fotos baumeln Kanülen. „Vielleicht der Schmerz der Erinnerung“, mutmaßt der Künstler. Vielleicht aber auch ein Schwarm Mücken an einem warmen Tag am Wasser.

Keine eindeutigen Lösungen

Die Fotografien Improdas lassen keine eindeutigen Lösungen auf Fragen nach Motiven, Fragen nach der Realität zu. Sie verlangen eigene Interpretationen. Der Betrachter versucht, die Situationen auf den Bildern zu rekonstruieren, gibt den Bildern seine ganz eigene Bedeutung. Genau das will Improda erreichen. Die Momentaufnahme wird durch die Weiterentwicklung ins Gegenteil verkehrt.

Von Theresa Hellwig

Die Ausstellung „Double Glazed“ im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1, ist bis Sonntag, 19. April, dienstags bis freitags, von 16 bis 18 Uhr und sonnabends von 11 bis 16 Uhr geöffnet (kuenstlerhaus-goettingen.de).

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