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Regional Magische Hände
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00:18 18.09.2016
Der kanadische Fingerstyle Champion Calum Graham. Quelle: R
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Göttingen

Graham gilt als „Wunderkind“ auf der Gitarre. Er fing mit 13 Jahren an, Gitarre spielen zu lernen und trat schon fünf Jahre später auf renommierten kanadischen Festivals auf.
Beim ersten Besuch in Deutschland sei beim Transport der Hals seiner Gitarre gebrochen und beim zweiten Besuch sein gesamtes Equipment verloren gegangen, erklärt Graham zu Beginn. So sei er nun froh, auf dieser Tour seine eigenen Instrumenten spielen zu können.

Mit „Tabula Rasa“ spielt er sich warm, um dann im Wechsel seinen drei Gitarren ein atemberauschendes Spektrum an Klangfarben zu entlocken. Er schlägt die Saiten rhythmisch an, bearbeitet sie zweihändig mit flinkem Fingertapping und nutzt auch den Korpus der Gitarre als Perkussionsgrundlage. Zusätzlich erzeugt er Effekte und Dopplungen über seine Pedalstation.

Vermehrt setzt Graham auch seine beeindruckende Stimme ein. So entsteht eine interessante, dynamische Mischung aus instrumentaler Gitarrenkunst, Singer-Songwriter Einflüssen und bluesigen Anteilen. Technisch perfekt, mit teils atemberaubendem Spiel und Tempo, findet Graham immer wieder zu feinfühligen Melodiebögen zurück. Seine teils hallunterlegten, magischen Klänge scheinen einem eigenen Kosmos zu entspringen. Instrumentalstücke wie „12:34“, „Phoenix Rising“ oder „Waiting“ wechseln mit inbrünstig gesungenen Songs wie dem Slide-Blueser „Wild Woman“ oder einer sehr eigenen Version von Michael Jacksons  „Billie Jean“.

Jedes seiner Stücke sei mit einem anderen Tuning angelegt, erläutert Graham. So wechselt er auch nach jedem Stück seine Gitarre, die ihm von seinem mitgereisten Freund Gregory Brennan entsprechend gestimmt gereicht wird. Zu „Lighthouse“ benutzt Graham eine vom Bau beeindruckende Harp-Guitar (Harfengitarre), die neben den wie bei einer Gitarre über ein Griffbrett verlaufenden Saiten in derselben Saitenebene weitere Saiten besitzt, die unverkürzt gezupft werden und an eine Harfe erinnern.

Mit dem sehr stimmungsvollen Instrumental „The Nomad“, einer Widmung an den amerikanischen Gitarristen Michael Hedeges, verabschiedet sich Graham mit dem Versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen. Noch ein letztes Mal lockt ihn das lautstark applaudierende Publikum heraus, das er auf dem Bühnenrand sitzend mit dem zart gespielten „The Channel“ in die laue Sommernacht entlässt.

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