Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Zu reif fürs Jungsein

Apex-Konzert: Chapter 5 Zu reif fürs Jungsein

Kein Bass, kein durchgedrehter Drummer – Chapter 5 ist nicht laut und rockig. Die drei Würzburger Studenten um Sänger Falco Eckhof klingen für ihr junges Alter schon sehr ruhig. Jetzt haben sie sich im gemütlichen Konzert im Göttinger Apex vorgestellt, ihre erste EP im Gepäck.

Voriger Artikel
Deborah Feldman stellt ihre Autobiografie vor
Nächster Artikel
Aller Ballast ist abgeworfen

Chapter 5 im Apex.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Michael Kober gibt am Schlagzeug einen ruhigen Beat vor, der nicht vorlaut ist und den Melodien ein ruhiges Fahrwasser bereitet. Eckhof spielt mal Akkustik- mal E-Gitarre und singt mit weicher Stimme ruhige Feierabendmusik, die man sich zwar auch im Apex, aber noch besser auf einer Holzveranda mit Sonnenuntergang im Hintergrund anhören kann. Lucio Vignolo zupft auf der E-Gitarre die klimprig-klangvollen Akzente. Nicht nur mit seinem Gitarrenspiel scheint er die Songs zu signieren, als Zweitstimme ergänzt er Eckhofs tiefere Stimme um hellere Tonnuancen.

Die Singer-Songwriter können auch Indie-Rock, spielen aber lieber amerikanisch angehauchte Folk-Musik. Musikalisch sind sie ihren Altersgenossen vielleicht entwachsen, thematisch bleiben sie jung: In „Ages“ geht es um eingeschlafene Freundschaften, „Into the wild“ erzählt von einer Reise. Ein wenig Neuorientierung und Aufbruchsstimmung blitzt da durch, auch wenn sie ihrer Musik und ihren Texten einen Vintage-Anstrich verpassen. Konsequent heißt ein Lied auch „Polaroid“, nicht etwa „Digitalfotografie“, und das Cover ihrer CD ziert ein Bild mit leichtem Gelbstich.

„Ihr seid die Versuchskaninchen“, erklärt Eckhof seinem Publikum. Denn einige Lieder seien erst kurz vor diesem ersten Konzert ihrer Release-Tour fertig geworden. Die Setlist umfasst ein paar Songs mehr als die sechs Lieder auf ihrer CD, trotzdem spielen sie zwischendurch auch mal ein Lied der Band „Die Höchste Eisenbahn“. Lana del Ray und Damien Rice covern sie ebenfalls. „Summertime Sadness“ hört sich bei Eckhof etwas fröhlicher an, als im Original.

Eine begeisterte Zuhörerin quittiert die Ansage der nächsten Songs immer mit einem „Cool!“. Dem „Cool!“ als Resümee dieses Abends, bleibt nur noch ein „Mehr!“ hinzuzufügen.

Von Jorid Engler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag