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Die Band „Katzenjammer“ aus Norwegen mit einem fulminanten Auftritt

Kulturzelt Kassel Die Band „Katzenjammer“ aus Norwegen mit einem fulminanten Auftritt

Vorne steht der Chef und singt, der Gitarrist quält selbstverliebt sein Instrument, der Drummer versteckt sich hinter dem Schlagzeug und trommelt selbstversunken und der Basser zählt konzentriert mit: eins, zwei, drei, vier, eins, zwei, drei, vier.

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Temperamentvoll und voller Spiellust: Solveig Heilo, diesmal an der Gitarre.

Quelle: PEK

So sieht die anständige Hierarchie einer Band aus. Nicht allerdings die von „Katzenjammer“, die jetzt im Kulturzelt in Kassel einen fulminanten Auftritt hingelegt hat. Bei „Katzenjammer“ darf jeder mal nach vorne, und die anderen freuen sich darüber.

Vier junge Frauen aus Norwegen. Sie studieren Musik. Im Jahr 2005 gründen sie ihre Band, seitdem hat es nur einen Besetzungswechsel gegeben. Sie touren als Vorband mit ihren Landsleuten von „Kaizers Orchestra“. David Byrne, Kopf der Band „Talking Heads“ lud sie zu einem Festival nach Manchester/Tennessee ein. 2009 erschien ihr Album „Le Pop“ in Deutschland, seitdem feiern die Frauen hier Erfolg um Erfolg, die Fanschar wächst rasant. Und wer sie auf der Bühne erlebt hat, versteht den Hype und reiht sich ein in die Schlange vor dem Stand, an dem Anne Marit Berghein, Marianne Sveen, Solveig Heilo und Turid JØrgensen nach dem Konzert mit sichtlichem Vergnügen ihre Alben verkaufen.

Und alle klopfen ihnen auf die Schultern. „Tolles Konzert“, „Wahnsinn“, „ich komme beim nächsten Mal wieder“, hört man sie sagen, die Fans. Stimmt ja auch alles. Die Musikerinnen spielen Lieder die nach Rummelplatz klingen, nach Balkan-Pop oder Zirkus. Folk schlägt durch, manchmal auch die Schrägheiten eines Tom Waits, Seemannslieder oder auch waschechter Rock ’n’ Roll. Und sie legen dabei ein atemberaubendes Tempo vor und zeigen enorm viel Dynamik.

Wild geht es zu auf der Bühne, wenn sie nach den Stücken die Instrumente tauschen. Jede sitzt irgendwann am Klavier, die Gitarre nehmen sie auch alle in die Hand. Am Schlagzeug finden sich im Laufe des Abends drei der Frauen. Heilo spielt auch irgendwann Trompete und Mundharmonika. Bassistin JØrgensen hat ihre monströse Kontrabass-Balalaika mit einem zwinkernden Katzengesicht verschönert, auch die temperamentvolle Heilo übernimmt das Instrument, wenn JØrgensen zur Mandoline greift und das prächtige „Mother Superior“ singt. Ein Banjo kommt zum Einsatz, ein Glockenspiel (so steht es auf der Verpackung des Xylophons) und das Kazoo, das anschließend von der Bühne fliegt. Und das Akkordeon beherrschen mindestens zwei von ihnen. Singen können alle vier. Oft sind die Lieder vierstimmig angelegt, in der Regel übernimmt eine von ihnen den Leadgesang.

Es gibt bestimmt bessere Schlagzeuger, mit Sicherheit virtuosere Pianisten, schnellere Gitarrenfinger und kreativere Basser. Doch die Mischung macht’s bei Katzenjammer – und die ungebremste Spiellust. Hier macht ihnen keiner was vor. Atemberaubend.

Das nächste Mal ist die Band „Katzenjammer“ in der Region am Freitag, 10. September, um 21.30 Uhr bei „Kultur im Zelt“ in Braunschweig zu erleben. Kartentelefon: 05     31   /   28    01    818.

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