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„Die Bremer Stadtmusikanten“ im Deutschen Theater

Premiere „Die Bremer Stadtmusikanten“ im Deutschen Theater

„Etwas Besseres als den Tod findest du überall“ ist die Devise von Esel, Hund, Katze und Hähnchen und der berühmteste Satz aus dem Grimmschen Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“, das jetzt im Studio des Deutschen Theaters (DT) Premiere feierte.

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Hund und Esel: Jan Exner und Andreas Jeßing (von links).

Quelle: Winarsch

Göttingen. Regisseur Joachim von Burchard verleiht dem bekannten Märchen frischen Wind, einen Hauch von Wilder Westen, viel Musik und eine Menge Spaß.

Eine kastenförmige, rustikale Holzbühne auf Rollen mit der Aufschrift „Saloon“ ist die Räuberherberge vom tumben Räuberhauptmann (Florian Eppinger) und Räuber Dings (Andreas Daniel Müller). Wirkungsvoll fungiert sie auch als Mühlrad, das Rüdiger, der altersschwache Esel, in Bewegung bringen muss. Dieser Esel wird von Andreas Jeßing mit riesigen aufgerissenen Augen und herrlichem Kostüm einfach herzbewegend dargestellt.

„Bin ne arme Sau, wau au…“

Den muss man einfach gern haben. Auch der traurige, zahnlose Hund (Jan Exner) lässt überzeugend depressiv die Ohren hängen und singt sein trostloses Lied: „Bin ne arme Sau, wau au…“. Dagegen ist die laszive, wohlgenährte Katze (Marie-Kristien Heger) noch gut in Form, aber auch sie soll von ihrer Herrin ersäuft werden, weil sie einfach nicht das tut, was sie soll: Mäusefangen. Bleibt noch der Hahn, in dieser Inszenierung das verrückte, hysterische Hähnchen (Kathrin Müller-Grüß), das in den Kochtopf soll und sich mit dem Koch eine rasante Verfolgungsjagd liefert.

Wenn man nichts zu verlieren hat, wird man unter Umständen mutig. Angestiftet vom Akkordeon spielenden, Bayerisch sprechenden Esel ziehen die Tiere als Musikanten in Richtung Bremen, denn „in Bremen gibt es eine Straßenbahn“ und der Hund kannte da mal ein reizendes Dalmatinermädchen. Und siehe da: Noch weit vor Bremen erobern die vier sich Räuberherberge nebst Festmahl. Mutig sein wird vom Leben belohnt.

Spielfreude seitens des Ensembles

So oder so ähnlich könnte die Moral von der Geschicht’ lauten. Mit viel Spielfreude seitens des Ensembles, einer originellen, witzigen Textfassung (Nicola Bongard), unterhaltsamen Regieeinfällen wie dem tangotanzenden Räuberpaar sowie vielen schlicht instrumentierten aber eingängigen Songs (Musik: Jan Exner), nimmt die Inszenierung Jung und Alt rasch für sich ein. Etwas Besseres als diese „Bremer Stadtmusikanten“ findet man mitnichten überall.

Von Marie Varela

► Weitere Vorstellungen: 20. April um 16 Uhr, 25. April um 18 Uhr, 7. Mai um 17 Uhr und 17. Mai um 16 Uhr. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11.

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