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00:19 23.09.2017
Rainer Schacht (rechts) und Mathias Zeh sind Die Feisten.  Quelle: R
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Göttingen

 „Hast Du das gehört?“, fragt Schacht am Telefon. Ein Vogel hat sehr laut gesungen. Schacht spaziert durch den Wald bei Veckerhagen an der Weser, dem Rückzugsort des Duos, das in diesem Jahr mit dem Deutschen Kleinkunstpreis geadelt wurde. In Göttingen haben sich Schacht und Mathias Zeh kennen gelernt und Anfang der 1990er-Jahre begonnen, zusammen Musik zu machen. Die meiste Zeit traten sie unter dem Namen „Ganz Schön Feist“ auf und etablierten einen Stil, der immer wieder als Pop-a-cappella-Comedy bezeichnet wird. Schacht wohnt inzwischen in Mannheim, Zeh in Kassel. In Veckerhagen sind sie eingezogen „für die konkrete Vorbereitung und leichtes Nacharbeiten“. Zweimal sind sie bereits mit dem neuen Programm aufgetreten, jetzt müssten sie noch ein bisschen korrigieren.

Was hat sich denn nun geändert nach dem Kleinkunst-Preis? „In einer Phase, in der wir schon im Aufwind waren, war das der Turbo“, sagt Schacht. Sie hätten jetzt deutlich mehr Aufmerksamkeit von Fernsehproduzenten, „überwiegend öffentlich-rechtlichen. „Das macht das Leben leichter“, sagt er und verweist auf die Öffentlichkeitswirksamkeit. Gibt es denn tatsächlich noch Akteure in der Szene, denen sie nicht bekannt sind? „Die Branche ist größer als man glaubt. Da schippert man 25 Jahre aneinander vorbei“, sagt Schacht und ergänzt: „Man trifft sogar in Göttingen Menschen, die noch nichts von uns gehört haben.“

Knoblauch soll Thema sein

Eine neue Tour haben sie zusammengestellt, nicht aber ein neues Album. „Nussschüsselblues“ sei noch nicht mal zwei Jahre alt und habe noch viel Aktualität, erklärt Schacht. Dennoch fänden sich zahlreiche neue Titel im Programm. Sie haben über das Rauchen getextet und die Schwierigkeit, damit aufzuhören – selbst wenn man den Vorsatz „mit einem weltpolitischen Ereignis verbindet“, erläutert Schacht. Die Pointe will er allerdings nicht verraten. Ein weiteres Thema wird Knoblauch sein.

Doch selbstverständlich bringen Die Feisten auch diesmal Klassiker aus ihre Bandgeschichte auf die Bühne, immer wieder nach Tipps von Fans. „Auch wir vergessen Titel“, erklärt Schacht. Diese Evergreens würden runderneuert. „Dieter“ ist wieder aufbereitet dabei, „Mit Minibar“ laut Schacht „in schöne neue Farben getaucht“. Und „Komm bitte nicht zu mir“? Das hat jetzt einen ganz neuen Anspruch“, sagt Schacht.

Instrumental haben sich Die Feisten ein wenig umgestellt, „das Instrumentarium verändert sich imm ein bisschen“, erläutert Schacht, „die neuen Lieder werden perkussiver und damit grooviger“. Schacht, mit einer ganzen Sammlung an Saiteninstrumenten sehr gut ausgestattet, sieht sich schelmisch als „angehender Schlagzeuger, wo die linke Hand nicht weiß, was der rechte Fuß tut“. Der Tipp eines gelernten Schlagzeugers allerdings habe ihn weitergebracht. Der habe erklärt, dass Schlagzeuger nicht denken würden. Schacht: „Das kann ich auch.“

Der Auftritt in der Stadthalle könnte übrigens eines der letzten dieser Art werden, sagt Schacht. Das Gebäude wird zwei Jahre lang restauriert, „was danach kommt, ist für uns nicht planbar“.

Die Feisten präsentieren ihre Programm am Sonnabend, 28. Oktober, um 20 Uhr in der Stadthalle, Albaniplatz 2 in Göttingen. Karten gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen, Marktstraße 9 in Duderstadt und unter www.gt-tickets.de

Von Peter Krüger-Lenz

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