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11:25 06.02.2019
Lucy/Wyldstyle und Emmet, voiced by Chris Pratt aus "The Lego Movie 2“. Quelle: Warner Bros. Pictures
Göttingen

Zwei Animationsfilme und ein derber Klamauk um den Meisterdetektiv Sherlock Holmes laufen in dieser Woche in den Kinos der Region an.

„Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt“: Hicks und der Nachtschatten-Drachen Ohnezahn. Quelle: Universal Pictures

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt“: Saukomische Balzrituale

Häuptling, Freund und Anführer: Der Wikinger Hicks muss sich im dritten Streich von „Drachenzähmen leicht gemacht“ gleich dreifach bewähren – und das gelingt ihm in dem Animationsfilm wunderbar.

Hicks ist ein schöner Name für einen Kinderbuchhelden. Klingt ein wenig nach Schluckauf und passt bestens zu dem schmächtigen Wikingerjungen, der sich in Cressida Cowells Roman „Drachenzähmen leicht gemacht“ nicht mit den drachentötenden Traditionen seiner nordischen Vorfahren abfinden will. Der Bestseller kam 2010 als Animationsabenteuer ins Kino, das leichte Unterhaltung und emotionale Komplexität nahtlos miteinander verband. Für die Freundschaft zu dem Nachtschatten-Drachen Ohnezahn legte sich Hicks mit dem Häuptlingsvater und seinem gesamten Dorf an. Schließlich schaffte er es, eine jahrhundertelange Fehde zwischen Mensch und Monstern zu beenden.

Im mittlerweile dritten Teil ist der mutige Bursche zum jungen Mann und Häuptling herangewachsen. Die Insel Berk regiert er mit unorthodoxen Methoden. Menschen und Drachen leben dort im chaotischen Einklang. Die Bewohner zeigen eine erstaunliche Toleranzbereitschaft, schließlich kann so ein Vieh beim Ausatmen das Wohnzimmer in Brand stecken. Immer wieder ziehen Hicks und Freunde auf den Flugreptilien hinaus, um fiesen Drachenjägern das Handwerk zu legen. Die befreiten Feuerspucker finden auf der Insel Asyl, aber langsam wird es eng auf Berk. Es ist Zeit, eine neue Heimat zu finden. 

Wunderschöne Drachenfrau

Seefahrersagen erzählen von einem geheimen Ort jenseits des Horizontes. Aber die Suche nach Utopia wird durch den bösen Drachenfänger-Anführer Grimmel empfindlich gestört, der alles daran setzt, die Monster gefangen zu nehmen. Dafür schleust er eine wunderschöne Tagschatten-Drachenfrau ein, die Ohnezahn kräftig den Kopf verdreht. Darunter leiden nicht nur die Führungsfähigkeiten des Leitdrachens, der hormongesteuert seiner Traumfrau hinterherjagt und in bizarren (und saukomische) Balzrituale verfällt. Auch die tiefe Freundschaft zu Hicks steht auf dem Spiel, der lernen muss, seinen Lieblingsdrachen loszulassen.

„Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt“: Hicks ist inzwischen Häuptling auf der Insel Berk. Quelle: Universal Pictures

 

Im letzten Teil der Trilogie verschreibt Regisseur Dean DeBlois seinem jungen Helden einen mehrfachen Reifungsprozess. Hicks muss sich als vorausschauender Anführer, generöser Freund und schließlich auch als angehender Ehemann seiner tapferen Gefährtin Astrid beweisen. Bei so viel Erwachsenwerden geraten die Kampfgemetzel gegen den fiesen Bösewicht fast in den Hintergrund, aber in diesem Franchise hatte die Figurenentwicklung schon immer Vorrang. Nichtsdestotrotz überzeugt auch der dritte Teil auf optischer Ebene. Einfallsreich sind die zahlreichen Wikinger- wie Drachenfiguren gestaltet. Wenn sich die ganze Inselpopulation zum Exodus in den Himmel erbebt, ist das ein Meisterwerk trickfilmtechnischer Diversität, das in schillerndem 3D bestens zur Geltung kommt.

In Göttingen im Cinemaxx, in Herzberg in den Central-Lichtspielen, in Northeim in der Neuen Schauburg, in Duderstadt in der Movietown Eichsfeld und in den Schiller-Lichtspielen Hann. Münden 

Lucy in Gefahr. Quelle: Warner Bros. Pictures

„The Lego Movie 2“ – Klötzchen, nicht kleckern

„Hier ist alles semisuper!“ Die Noppsteinwelt liegt in Trümmern, die Aliens vom Planeten Duplo entführen die Legomännchen, aber in „The Lego Movie 2“ verliert der Bauarbeiter Emmet auch in Weltuntergangszeiten seinen Optimismus nicht.

Als 2014 „The Lego Movie“ in die Kinos kam, konnte man buchstäblich Bauklötze staunen. Die waren zwar überwiegend digital mit Computerhilfe erschaffen worden. Dennoch hatte man das Gefühl, man könnte fast jede einzelne Szene mit dem analogen Repertoire der dänischen Spielzeug-Firma nachstellen.

 

Zumindest was den Animationsteil des Films anging. Diesen Eindruck hinterlässt auch „The Lego Movie 2“, dem mit „The Lego Batman Movie“ und „The Lego Ninjago Movie“ zwei Ableger des ersten Streifens vorausgingen.

Die Außerirdischen entführen Emmets Liebste Lucy – und Batman

Die Invasoren vom Planeten Duplo, die am Ende des Vorgängerfilms auftauchten, waren die Vorboten kommenden Unglücks. Fünf Jahre später liegt die Noppstein-Welt in Trümmern, unter Emmets Freunden hat sich Endzeit-Stimmung breitgemacht. Einzig der Bauarbeiter selbst frönt noch guter Laune. Inmitten der Apokalypse hat Emmet für sich und seine toughe Freundin Lucy sogar ein Häuschen errichtet.

Doch der Neubau ist auch den Aliens aufgefallen. Als Emmet seiner Liebsten das Eigenheim zeigt, greifen sie an – und entführen neben Lucy und Batman noch ein paar andere seiner Gefährten zum Systar-System, zu dem auch der Duplo-Planet gehört.

Dino-Bezwinger Emmet Quelle: Warner Bros. Pictures

 

Wird Emmets Albtraum von einem „Armamageddon“ Realität? Werden er und alle Figuren in der „Box des Vergessens“ landen? Um Lucy zurückzuholen, wächst der unscheinbare Geselle über sich hinaus, bastelt aus den Eigenheimtrümmern ein Raumschiff zusammen und bricht zu einer Rettungsmission ins All auf. Unterwegs erhält er Hilfe von Weltraumabenteurer Rex.

Das Erzähltempo von „Lego Movie 2“ ist so rasant wie die Actionszenen

Erneut wird das Animations-Geschehen sinnig mit einer Realfilm-Handlung verschränkt. Dabei hängt das Schicksal von Emmet & Co. von dem ab, was zwischen den verzankten Geschwistern Finn und Bianca sowie ihrer Mutter passiert. Es ist allerdings nicht immer leicht, der Story bis in ihre feinsten Verästelungen zu folgen.

Die Autoren Phil Lord und Christopher Miller, die beim ersten Teil auch noch Regie führten, haben auch wieder viel Schräges mit ins Drehbuch gepackt. Zudem ist das Erzähltempo fast so rasant wie die Action-Szenen – wenn es nicht gerade von einer Musical-Einlage gedrosselt wird. Gleichwohl gehen die zentralen Botschaften des Films – dass man sich selbst treu bleiben sollte und ein konstruktives Miteinander einem destruktiven Gegeneinander jederzeit vorzuziehen sei – nicht unter.

Überdies gibt’s für etwas ältere Zuschauer einmal mehr reichlich Extra-Schmankerl. Vorausgesetzt sie sind nicht bloß nopp- sondern auch popkulturaffin. Denn geklotzt wird hier keineswegs nur optisch. Es ist nahezu unmöglich, beim einmaligen Sehen sämtliche Referenzen zu erkennen. Kräftiger angespielt wird etwa auf „Mad Max“, „Star Wars“ und die „Zurück in die Zukunft“-Trilogie, kürzer auf den Ur-„Planet der Affen“ und „2001: Odyssee im Weltraum“.

Der Lego-Batman wird mit einem Popsong gehirngewaschen

Mit dabei ist auch ein Lego-Bruce-Willis, der sich wie einst John McClane in „Stirb langsam“ in einem Luftschacht tummelt. Aber – soviel sei verraten – es ist nicht er, der den Tag rettet. Ebenso wenig wie der wieder mal von sich selbst völlig überzeugte Möchtegern-Oberheld Batman, der hier mit einem Ohrwurm-Popsong gehirngewaschen und dann als Heiratsfavorit von der Systar-Herrscherin mit dem bezeichenden Namen Wasimma Si-Willi weichgekocht wird.

In Göttingen im Cinemaxx, in Herzberg in den Central-Lichtspielen und in Duderstadt in der Movietown Eichsfeld

Watson (John C. Reilly, l) und Sherlock Holmes (Will Ferrell) in einer Szene des Films "Holmes & Watson". Quelle: Sony Pictures

Holmes & Watson“: Komische Vögel

Zweifelhafter Humor: Will Ferrell und John C. Reilly ist das nächste Schauspielerpaar, das zu „Holmes & Watson“ wird. Und auch diese beiden lösen ihren Fall. Aber Spaß macht das nicht.

Sherlock Holmes mal auf die humorvolle Art: Der amerikanisch-israelische Regisseur Etan Cohen (nicht zu verwechseln mit seinem US-Kollegen Ethan Coen) hat mit „Holmes & Watson“ eine Comedy-Version rund um den Meisterdetektiv inszeniert.

 

Für Goldene Himbeeren nominiert

Holmes (Will Ferrell) bekommt es mit einem verzwickten Fall zu tun. Sein Erzfeind Moriarty (Ralph Fiennes) bedroht das Leben von Königin Victoria (Pam Ferris). Holmes und sein Partner Dr. Watson (John C. Reilly) bleiben nur vier Tage Zeit, um Schlimmes zu verhindern. Bei den Ermittlungen gerät Watson zwischenzeitlich in Verdacht.

Da das Comedyduo Ferrell und Reilly die Helden spielt, darf man die Geschichte nicht bierernst nehmen. Die beiden machen übertrieben auf lustig, die Dialoge strotzen vor schlechten und oft zweideutigen Gags.

Watson (John C. Reilly, r) und Sherlock Holmes (Will Ferrell): Die beiden machen übertrieben auf lustig, die Dialoge strotzen vor schlechten und oft zweideutigen Gags. Quelle: Sony Pictures

Kein Wunder also, dass der Film im mehreren Kategorien für die Goldene Himbeere nominiert ist, mit der alljährlich in den USA einen Tag vor der Oscarverleihung die schlechtesten Leistungen des Filmjahres bedacht werden. Angeblich hat der Verleih versucht, den Film ohne Kinoauswertung an Netflix zu verkaufen. Der Streamingdienst lehnte demnach ab. Jetzt weiß man, warum.

In Göttingen im Cinemaxx

Von Martin Schwickert, Jörg Brandes und Ernst Corinth

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