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Regional Diese Filme laufen ab dem 4. Mai in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Diese Filme laufen ab dem 4. Mai in Göttingen
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00:17 06.05.2017
Quelle: EPD
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Göttingen

Hier seht ihr die Neustarts und Trailer auf einen Blick.

Get Out

Von Martin Schwickert

Es beginnt mit einem klassischen Horrorfilmprolog: Das zukünftige Opfer geht nachts allein durch ein ihm fremdes Wohngebiet. Ein Auto fährt langsam heran. Ein maskierter Mann springt heraus, narkotisiert das Opfer und verstaut den leblosen Körper im Kofferraum. Ungezählte Teenie-Slasher-Filme haben so ihren Anfang genommen, und doch ist diesmal einiges anders.

Das Opfer ist kein verängstigtes weißes Mädchen, sondern ein junger Afroamerikaner. Die Gegend ist kein heruntergekommenes Viertel, sondern eine idyllische Vorstadtsiedlung. Schon von den ersten Filmminuten an bekennt sich Jordan Peeles „Get Out“ zu den Gesetzen des Genres und ist gleichzeitig fest entschlossen, es mit eigenen Inhalten aufzuladen.

Peele leitet den Film erst einmal in ruhigere Fahrwasser und stellt die Hauptfigur vor: Seit mehr als fünf Monaten ist Chris (Daniel Kaluuya) mit Rose (Allison Williams) liiert. Nun will Rose ihren neuen Lover den Eltern vorstellen. „Wissen sie, dass ich schwarz bin?“, fragt Chris. Das sei kein Problem, meint Rose. Ihr Vater würde Obama auch ein drittes Mal wählen. Die Eltern seien keine Rassisten. Und tatsächlich könnte die Begrüßung herzlicher kaum sein. Der Vater (Bradley Whitford) drückt den Schwiegersohnanwärter an sich, führt ihn durch das geräumige Landhaus und betont, dass er Obama auch ein drittes Mal gewählt hätte.

Trotzdem fühlt sich Chris in dieser liberalen Vorzeigefamilie zunehmend unwohl. Die Freundlichkeit, die ihm entgegengebracht wird, wirkt angestrengt und erdrückend. Und dann sind da noch die schwarze Köchin Georgina und der Gärtner Walter, die mit einem gespenstisch servilen Dauerlächeln herumlaufen. Noch seltsamer wird es, als am nächsten Tag der komplette Freundeskreis zur Gartenparty anreist. Auch sie begegnen Chris mit vorgeschobener Offenheit und nehmen zugleich auf immer krudere Weise Bezug auf seine Hautfarbe.

Ein feines Netz von Mikro-Ressentiments verwebt Peele immer dichter. Präzise arbeitet er die latenten Rassismen der wohlhabenden, weißen Oberschicht heraus und verdichtet sie zu einem Horrorgemälde samt lustvoll blutigem Finale.
Es scheint, dass erst zum Ende der Amtszeit von Obama der Geist dieser Ära auch in Hollywood durchgesickert ist. Der Oscar-Sieger „Moonlight“, Denzel Washingtons fulminantes Drama „Fences“, der Publikumsliebling „Hidden Figures“, das Sklavendrama „Birth of a Nation“ – vier überaus starke Filme, die auf unterschiedliche Weise afroamerikanische Geschichte und Lebensverhältnisse thematisieren, denen jedoch eines gemeinsam ist: die Souveränität, mit der sie sich im Mainstream-Kino verorten und ohne Anbiederungsorgien ein breites Publikum ansprechen.

Hier reiht sich Peele nahtlos ein. Er entert das Genre des Horrorfilms und inszeniert mit dessen Mitteln eine Gesellschaftssatire.

„Get Out“, Regie: Jordan Peele,  104 Minuten, FSK 16.

Cinemaxx Göttingen, Central-Lichtspiele Herzberg

Sieben Minuten nach Mitternacht

Von Ernst Corinth

Der 13jährige Conor (Lewis MacDougall) lebt bei seiner todkranken Mutter in England. Um die beiden kümmert sich die distanziert wirkende Großmutter (Sigourney Weaver), der Vater lebt mit neuer Familie in den USA. Für Conor ist das Leben eine einzige Tragödie: Den nahen Tod seiner Mutter kann er nicht akzeptieren, ja, er fühlt sich sogar schuldig an ihrer Krebserkrankung.

Als er eines Nachts genau sieben Minuten nach Mitternacht zu erwachen scheint, hat sich eine große Eibe auf dem nahen Friedhof in ein Monster verwandelt. Das knorrige Wesen bedroht ihn allerdings nicht. Auch in den folgenden Nächten erscheint es immer wieder zur selben Uhrzeit, um Conor Geschichten zu erzählen. Allmählich gewinnt der Junge eine andere Sicht auf die Dinge, er lernt, seine Ängste und seine Wut zu akzeptieren und lernt loszulassen.
Das von Juan Antonio Bayona inszenierte Drama macht Mut, mit ausweglos erscheinenden Situationen umzugehen. Die Animationseinlagen wirken wie bezaubernde Aquarelle. Und der junge Hauptdarsteller zeigt, dass großes Talent in ihm schlummert.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“, Regie: Antonio Bayona, 108 Minuten, FSK 12

Cinemaxx Göttingen

Victoria - Männer und andere Missgeschicke

Regisseurin Justine Triet nennt „Victoria“ eine „Komödie der Verzweiflung“ über das chaotische Leben einer modernen Frau, Hauptdarstellerin Virginie Efira sieht „einen fröhlichen Film über die Depression“. Efira spielt eineAnwältin, die ihre liebe Not mit dem Ex hat. Der zahlt keinen Unterhalt und schreibt in einem Blog über das freizügige Leben einer Juristin, in der man Victoria erkennt.

Efira, in Paris lebende Belgierin, trägt die nicht immer ganz stringente Komödie auf ihren Schultern, wenn sie als Heldin des Alltags krachend den Boden unter den Füßen verliert. mkö  

„Victoria – Männer & andere Missgeschicke“, Regie: Justine Triet, 97 Minuten, FSK 12

Cinemaxx Göttingen

Expedition Happiness

Lumiére Göttingen

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