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Die Kinostarts in Göttingen

Ab Donnerstag Die Kinostarts in Göttingen

Marvels Superheld Thor erhält seinen dritten Soloauftritt, die Pinguine treten ihre zweite Reise an und die Geschichte von "Deep Throat", dem Whistleblower, der die Watergate-Affäre ins Rollen brachte, wird erzählt. Diese Filme starten am Donnerstag in Göttingen in den Kinos.

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"Thor 3: Tag der Entscheidung"

Quelle: Marvel/dpa

Die Reise der Pinguine 2

Göttingen. FSK 0, Cinemaxx Göttingen

Es ist März, Vogelbräute und -bräutigame verlassen jetzt zuhauf das Meer, um sich im Eis der Antarktis zu paaren. Die Pinguine watscheln wieder durch majestätische Landschaften, flugunfähige Vögel im Frack, deren Lebensunbilden die Zuschauer betroffen machen. Regisseur Luc Jacquet liefert eine Fortsetzung seines Naturfilms von 2005, der mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde. „Die Reise der Pinguine 2“. Zwei Dinge machen „Pinguine 2“ allerdings besser als das berühmte Original: Auf Rührseligkeiten im Sprechtext wird verzichtet und es gibt diesmal auch keine aufdringlich schmalzige Popmusik. rnd/big

The Secret Man

FSK 0, Cinemaxx Göttingen

Von Stefan Stosch
Keine Ahnung, ob Donald Trump gelegentlich sein hauseigenes Kino aufsucht. Wenn ja, könnte ihn dieser Film interessieren. Der Originaltitel lautet „The Man who brought down the White House“. Er handelt allerdings nicht von einem durchgedrehten Nordkoreaner, der die momentane Heimstatt Trumps mit einer Atombombe aus eigener Produktion niedermachen will.
Action fällt in dem Politthriller von US-Regisseur Peter Landesman aus. Die meiste Zeit ziehen wichtige Männer in grauen Anzügen in einschüchternden Lederpolster-Büros geheime Strippen und versuchen dabei, sich gegenseitig auszutricksen. Aber auch das kann spannend sein, wenn so viel auf dem Spiel steht.
Der US-Filmtitel führt in die Irre: In „Secret Man“ – so der, nun ja, deutsche Titel – geht es ganz im Gegenteil darum, jene Institutionen zu schützen, die für das Funktionieren von Amerikas Demokratie entscheidend sind. Dafür fühlt sich hier ein Mann verantwortlich: Mark Felt, Vizechef der US-Bundespolizei FBI.
In die Geschichtsschreibung ist Felt unter dem Spitznamen „Deep Throat“ eingegangen, was wiederum bis dahin der Titel eines bekannten Pornos mit ganz spezifischen Sexualpraktiken war. Bis zum Jahr 2005 wusste kaum jemand, wer sich hinter „Deep Throat“ verbarg und in einer düsteren Tiefgarage der „Washington Post“ brisante Informationen zugespielt hatte. 1974 wurde Präsident Richard Nixon aus dem Weißen Haus vertrieben.
Genau, es geht noch einmal um die Watergate-Affäre, die ihren Anfang nahm, als fünf Männer 1972 im Auftrag der Republikaner ins Washingtoner Wahlkampf-Hauptquartier der Demokraten einbrachen. Die Polizei erwischte sie im Watergate-Gebäudekomplex dabei, wie sie Dokumente abfotografierten und Abhörwanzen anbrachten. Für viele war damals kaum vorstellbar, was sich mehr und mehr herauskristallisierte: Die kriminellen Aktivitäten waren vom Weißen Haus gesteuert worden.
Hollywoods Version der Geschehnisse kennen wir aus der Perspektive der beiden damals berühmt gewordenen „Washington Post“-Journalisten seit 1976. In „Die Unbestechlichen“ sind Robert Redford und Dustin Hoffman die beiden Reporterhelden Bob Woodward und Carl Bernstein. Auch Alan J. Pakula, Regisseur der „Paranoia-Trilogie“ (zusammen mit „Klute“ und „Zeuge einer Verschwörung“), wusste damals selbstverständlich nicht, wer der Zuträger in der Tiefgarage war.
Und nun sehen wir einen schweigsamen Mann mit graumeliertem Haar (gespielt von Liam Neeson), der immer mehr zu der Überzeugung gelangt, dass der amtierende US-Präsident und seine Clique eine Gefahr fürs Land darstellen. Ein treuer Staatsdiener wird zum Verräter, um den Staat zu schützen. Heute würde man Felt einen Whistleblower nennen. Edward Snowden und Co. haben sich den Mann aus der Tiefgarage als Vorbild genommen.
Ob Felts Motivation tatsächlich so nobel war, ist unter Historikern umstritten: Felt handelte, nachdem sein mächtiger Chef J. Edgar Hoover überraschend gestorben war und er nicht wie erwartet als dessen Nachfolger an die Spitze der Behörde rückte. Im Film ist darüber vornehmlich Felt-Gattin Audrey (Diane Lane) empört.
Präsident Nixon, im ganzen Film nur in Fernsehaufnahmen zu sehen, installiert Patrick Gray (Marton Csokas) als CIA-Chef, und dieser soll den Watergate-Einbruch möglichst schnell zu den Akten legen. Aber das ist mit Felt nicht zu machen, der mit allen Mitteln die Unabhängigkeit des FBIs verteidigt.
Liam Neeson, gerne als Haudrauf auf der Leinwand unterwegs („96 Hours“), gibt eine konzentrierte Vorstellung als ein Mann, der alles für seine Überzeugung riskiert. Jeden Tag wieder spielt er ein doppeltes Spiel, wenn er vorgeblich nach dem Maulwurf in den eigenen Reihen fahndet. Felts Selbstbeherrschung ist seine stärkste Waffe, aber immer wieder erhascht man einen Blick auf die brodelnde Wut.
Im Vergleich mit der Präsidentenserie „House of Cards“ muss man „The Secret Man“ wohl als gediegen, ja, vielleicht sogar als behäbig bezeichnen. Aber damit würde man Regisseur Landesman Unrecht tun, der als Journalist des „New York Times Magazine“ seine Karriere begann. Sein Regiedebüt gab er mit dem Drama „Parkland“ über die Ermordung von John F. Kennedy. Schnörkellos, beinahe journalistisch breitet Landesman die Geschehnisse aus. Er gestattet sich nur eine eher überflüssige Abschweifung zu der linksradikalen Untergrundorganisation „Weathermen“, in die Felts Tochter abgedriftet ist.
Der Zuschauer ist beständig versucht, „The Secret Men“ als historische Folie für heutige Geschehnisse zu verstehen – und zu hoffen, dass aufrechte Staatsdiener(innen) wie Mark Felt immer rechtzeitig zur Stelle sind.

Der Watergate-Skandal und die Folgen

Lange bestritt US-Präsident Richard Nixon, überhaupt etwas mit dem Einbruch in der Wahlkampfzentrale der Demokraten zu tun zu haben. Zunächst glaubten die Amerikaner ihm. Was sollte Nixon auch mit fünf Männern zu schaffen haben, die im Watergate-Gebäudekomplex dabei erwischt worden waren, wie sie Wanzen anbrachten? Bei der Wahl im November 1972 bestätigten die Wähler Nixon im Amt.

Da hatte sich jedoch schon einer der größten politischen Skandale in der US-Historie angebahnt.
Die Reporter Carl Bernstein und Bob Woodward von der „Washington Post“ sammelten unbeirrt Informationen über die Hintergründe des Verbrechens – und stießen auf Verbindungen ins Weiße Haus. 1974 trat Nixon von seinem Amt zurück – als bislang einziger US-Präsident. Über die Dimensionen des Verbrechens sagten die Reporter, Nixon habe das Weiße Haus in ein „kriminelles Unternehmen“ verwandelt. Heute gilt die Aufklärung des Watergate-Skandals als Beweis für die Widerstandskraft der US-Demokratie.

Thor 3: Tag der Entscheidung

FSK 12, Cinemaxx Göttingen, Central Lichtspiele Herzberg

Von Martin Schwickert
„Ich bin Thor, Sohn des Odin, Gott des Donners!“ Ja, ja, schon klar. So richtig will sich keiner mehr von den Worten beeindrucken lassen, mit denen sich der nordische Gewittergott Thor (Chris Hemsworth) vorstellt. Papa Odin (Anthony Hopkins) macht im norwegischen Exil einen finalen Abgang. Die Heimat Asgard scheint dem Untergang geweiht. Dann ist da noch die Sache mit dem Hammer: Die böse Schwester Hela (Cate Blanchett) hat die Wunderwaffe des Donnergottes kaputtgemacht.
Als veritable Rächerin ist Hela in Gestalt von Cate Blanchett hier unterwegs. Lässig zerbröselt sie mit einer Hand den Wunderhammer, aus dessen Kräften sich das omnipotente Selbstverständnis des kleinen Bruders speiste – und schon nach kaum 20 Kinominuten wird klar, dass Regisseur Waititi dieses Superhelden-Franchise gründlich gegen den Strich bürstet. Der Alpha-Mann landet erst einmal auf der Müllkippe eines fremden Planeten und wird von der versoffenen Kopfgeldjägerin Valkyrie (Tessa Thompson) im Schleppnetz an den örtlichen Herrscher verscherbelt.
Und nun gelingt Waititi der zweite Besetzungs-Coup: Jeff Goldblum spielt den Diktator mit seiner ihm eigenen irrwitzigen Präzision irgendwo zwischen Nero und Heidi Klum. Thor wird in die Arena geschickt, wo er auf einen alten Bekannten trifft.
Nach seiner schrägen Vampirkomödie „5 Zimmer Küche Sarg“ hat sich der Neuseeländer Taika Waititi aus dem heimischen Underground-Kino direkt nach Hollywood katapultiert, Marvel hätte keine bessere Einstellungsentscheidung treffen können. Waititi bringt jenen frischen Blick auf das Superhelden-Genre mit, den das oftmals selbstherrliche „Marvel Universum“ dringend nötig hat. Immer wieder bricht Waititi das heroische Pathos pointiert auf und findet selbst im Digitalgewitter des Finales noch Zeit für abrupte Ironisierungen. Der Schlüssel zur Erneuerung liegt in dem feministischen Input, mit dem die Hypermaskulinisierung des Genres süffisant unterwandert wird.
Nach dem Erfolg von „Wonder Woman“ des Konkurrenten DC scheint sich bei Marvel allmählich die Erkenntnis durchzusetzen, dass starke Frauenfiguren die Coolness eines Produkts erheblich steigern. Selbst wenn der gepeinigte Thor am Ende auch ohne seinen Hammer noch ein bisschen die Welt retten darf, sind es Blanchetts grandiose Finsterfrau Hela und die superlässige Valkyrie von Tessa Thompson („Selma“, Netflix-Serie „Dear White People“), die den Film tragen.
Bis zur vollständigen Koedukation – von Gleichberechtigung ganz zu schweigen – wird im Superhelden-Genre ebenso wie in den Chefetagen Hollywoods noch einige Zeit ins Land ziehen, aber mit „Ghost in the Shell“, „Wonder Woman“, diesem feinen „Thor“ und der Entlassung Harvey Weinsteins wurde im Kinojahr 2017 der richtige Weg eingeschlagen.

Barbie - Die Magie der Delfine

FSK 0, Cinemaxx Göttingen, Feilenfabrik Duderstadt

In Barbies brandneuem Kinofilm erleben sie und ihre Schwestern das Sommer-Abenteuer ihres Lebens, voller Spaß und magischer Begegnungen! Sie freuen sich auf einen tollen Sommer am Meer und möchten Ken bei seinem Sommerpraktikum besuchen. Dieser erforscht Delfine, die an einem Korallenriff leben. Während eines Tauchgangs im Riff entdecken die Schwestern sehr seltene, regenbogenfarbene Delfine, die nur einmal im Jahr erscheinen. Diese Begegnung beeindruckt sie so sehr, dass die Schwestern unbedingt mehr über die Erhaltung des Riffs erfahren möchten und über die Meerestiere, die dieses Riff bewohnen. Sie lernen Isla kennen, ihre mysteriöse neue Freundin. Ihre Mission ist ebenfalls der Schutz des Riffs. Das Abenteuer beginnt, als Barbie und die anderen herausfinden, dass Isla in Wirklichkeit eine Meerjungfrau ist. Aber den Schwestern bleibt keine Zeit ihre neue Freundschaft mit einer echten Meerjungfrau zu feiern, denn Isla braucht ganz dringend ihre Hilfe und auch die Hilfe der Delfine – sie müssen das Riff retten!

Walk with Me

FSK 0, Lumière Göttingen

WALK WITH ME ist eine filmische Reise in die Welt der Achtsamkeit und des Meisters des Zen-Buddhismus Thich Nhat Hanh. Drei Jahre beobachteten die Filmemacher das klösterliche Leben im ländlichen Frankreich. Der Film gewährt einen Einblick in das Innere der Zen-Buddhismus-Gemeinschaft, deren Mitglieder all ihr Hab und Gut aufgegeben haben für ein Leben in Reinheit und für einen einzigen gemeinsamen Zweck: Ihr Leiden umzuwandeln und die Kunst der Achtsamkeit zu praktizieren, gemeinsam mit dem weltberühmten Gelehrten Thich Nhat Hanh.
Im Laufe der Jahreszeiten wird das Streben der Mönche nach einer tieferen Verbindung zu sich selbst wie auch zu ihrer Umwelt verdeutlicht durch Einblicke in Thich Nhat Hanhs frühe Tagebücher, erzählt von Benedict Cumberbatch.
"Der einfühlsame, behutsam beobachtete Film WALK WITH ME wagt den Blick in eine Welt, die den meisten von uns fremd ist. Lässt man sich auf das meditativ anmutende Werk voll und ganz ein, gewährt es erhellende Erkenntnisse über ein Dasein abseits von Stress, Hektik und Leistungsdruck."

The Square

FSK 12, Lumière Göttingen

Christian Nielsen ist der Chefkurator des X-Royal-Museums in Stockholm und steckt mitten in den Vorbereitungen für eine Installation mit dem Namen "The Square". Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Freifläche, auf der sich jeder humanitär und zuvorkommend verhalten soll und auf der jeder die Hilfe bekommen soll, die er benötigt. Als Christian Opfer einer Gruppe von Trickdieben wird, zeigt sich bei dem Versuch, seine Wertsachen zurückzubekommen, dass er selbst nicht so frei von Vorurteilen ist, wie er gerne wäre.
"Am Ende war es nicht ganz überraschend, dass der schwedische Regisseur Ruben Östlund für seine bissige Satire THE SQUARE beim Festival in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Mit seiner Kritik an der zunehmenden Gleichgültigkeit moderner Gesellschaften, der Forderung nach Mitmenschlichkeit traf Östlund einen Nerv. Er erzählt von Christian (Nomen est Omen), einem gut aussehenden, erfolgreichen und eloquenten Museumsdirektor, der bei der Vermarktung seiner neuen Ausstellung, aber auch privat mit der von ihm verlangten ‚political correctness' in Konflikt gerät."

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