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Dietmar Wischmeyer mit aktuellem Programm im DT Göttingen

„Deutsche Helden“ Dietmar Wischmeyer mit aktuellem Programm im DT Göttingen

Klaus Wowereit ruft an einem Sonnabendvormittag in Berlin per iPad seine Lieblingsseite auf: „Wewewe Klaus Minus Wowereit Punkt De Eh“. Er genießt es in der unregierbarsten Stadt „regierender Bürgermeister“ zu sein und offenbart dies indem er Handwerkern und Rattenbabys gleichermaßen wohlwollend ein halbverzehrtes Croissant mit Parmaschinken hinwirft. Er liebt sein Berlin.

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Bitterböse Anekdoten: Dietmar Wischmeyer lästert im Deutschen Theater über deutsche Helden.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. So, oder so ähnlich bitterböse, sind die Anekdoten, die der Satiriker Dietmar Wischmeyer gemeinsam mit Oliver Welke in dem Werk „Frank Bsirske macht Urlaub auf Krk – Deutsche Helden privat“ präsentiert.

Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre „Stacheldrahtmarmelade“ am Morgen gut bekommt, oder warum um alles in der Welt Thorsten Schäfer-Gümbel sich diesen Doppelnamen zugelegt hat: alle bieten sie Angriffsfläche für den aus dem Radio FFN-„Frühstyxradio“ bekannten Miesepeter.

Am Dienstag war Wischmeyer im Deutschen Theater Göttingen zu Gast. Eingefleischte Fans hatten sich dort versammelt – eindeutig begeistert vom schonungslosen Humor. Neben seinen „Heldengschichten“ aus dem neuen Buch präsentierte der Kolumnist auch Gedanken über alltägliche „nervige Bescheidwisser um uns herum, diese Torfnasen, denen die Piefigkeit aus den Cargo-Hosen tropft“.

Zeitgeschehen und Politik auf spöttische Weise

Wie kommt es zum Beispiel, dass man auf Supermarkt-Parkplätzen selten vor „Männern um die 60“ gefeit ist? Wischmeyer kennt die Antwort und eine liebenswürdig-unliebenswürdige Erklärung.

Er ist sich sicher, sie seien von ihren Ehefrauen ausgestoßene Exemplare, die sich von früh bis spät in Supermarktnähe tummeln und sich verhalten wie die Tiere im Serengeti Park Hodenhagen: Ist man nicht schnell genug wieder im Auto angelangt, fallen sie einen an.

Natürlich dürfen an diesem schwarzhumorigen Abend weder „Der kleine Tierfreund“ noch „Günther der Treckerfahrer“ aus Plattengülle fehlen. Diese Charaktere sind neben „Frieda und Anneliese“ oder „Willi Deutschmann“ Wischmeyers Radio-Markenzeichen. Nach dem obligatorisch norddeutschen „Moin“ reflektiert er als Günther also auch im DT aktuelles Zeitgeschehen und politische Themen auf spöttische Weise.

Zum Schluss die usbekische Nationalhymne

Sogar einen Fernsehspot zum Thema aus der „Heute Show“ hat er dabei. Diese Satiresendung wird von Oliver Welke moderiert und spielt auf das ZDF-Nachrichtenformat „Heute Journal“ an. In der mitgebrachten Episode berichtet Wischmeyer als „History-Moderator“ der Show über Günther und sein „besonders exotisches Bundesland“, Niedersachsen.

Während die erste  Strophe des Niedersachsen-Liedes erklingt („Von der Weser bis zur Elbe…“), fuchtelt der Treckerfahrer beherzt vor einer Afrika-Landkarte herum und wundert sich gar nicht, dass Hannover darauf nicht verzeichnet ist.

Als am Ende auch noch eine Folge der „Arschkrampen“-Hörspielreihe als Zugabe ausgestrahlt wird, scheinen die belustigten Wischmeyer-Anhänger zufrieden. Mit der usbekischen Nationalhymne werden sie von Wischmeyer entlassen.

Von Sarah Lodder

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