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Regional „Burning Tree“ und „Sleeves“ im Nörgelbuff
Nachrichten Kultur Regional „Burning Tree“ und „Sleeves“ im Nörgelbuff
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15:12 13.04.2018
Sleeves im Nörgelbuff. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Freundschaften unter Musikern treiben oft eigentümliche Blüten. Da gehen dann schon einmal schwerer, düsterer Hardrock mit melodieverliebtem Indie-Pop Hand in Hand auf eine gemeinsame Bühne. Die Bandfreundschaft zwischen „Burning Tree“ und „Sleeves“ bescherte den rund 60 Gästen im Nörgelbuff am Donnerstag eine bunte Tüte aus Göttingens Proberäumen.

Die beiden Göttinger Bands „Burning Tree“ und „Sleeves“ spielen zusammen im Göttinger Kellerclub Nörgelbuff.

Als „Ufo Pop“ kündigen Sleeves ihre Musik an. Ufo Pop? Naja, irgendeine Schublade musste halt gefunden werden, meint Sacha Kugler, Kopf hinter dem Quartett aus Göttingen, lachend.

„Punks in the parking lot“

Folgerichtig, dass das erste Stück „Spaceships“ dann auch von Außerirdischen handelt. Ganz so bizarr ist die Musik dann aber doch nicht. Sie bedient sich hemmungslos bei amerikanischen Post-Punk-, Indie- und Alternative-Größen zwischen den späten 70ern und heute.

So klingt besagtes „Spaceships“ ziemlich nach Interpol und Kugler kommt seiner Stimme der von Paul Banks sehr, sehr nahe. „Punks in the parking lot“ ist dann lupenreiner Power-Pop wie er 1978 oder 1979 in irgendeiner New Yorker Hinterhofgarage aufgenommen worden sein könnte. Nur um dann in „Moving out“ etwa an die wunderbaren, fast vergessenen Feelies mit ihren flirrenden Gitarren zu erinnern.

Flirrend, nervös, krachig, melodiös

Das Gitarrenspiel von Kugler und Anh Pham klingt fantastisch zusammen. Flirrend, nervös, krachig, melodiös umspielen sich die Melodien auf Phams knallroter Danelectro und Kuglers Sunburst Fender Jaguar. Pixies, Pavement, Dinosaur Jr. blitzen durch. Sebastian Strzys und Jonas Jordan bilden am Bass und Schlagzeug die äußerst solide Rhythmusgruppe.

„Sleeves“ live im Noergelbuff im März 2018

In „Miracles“ spannen Sleeves den Zuhörer gehörig auf die Folter. Zwei Minuten treibt das Stück unaufhaltsam mit zwei verzahnten Gitarrenmelodien – Television lassen grüßen – und einem simplen aber treibenden Basslauf nach vorne, bis dann der Refrain die Spannung endlich auflöst. Großartig.

Aus Kuglers Solo-Projekt entstanden

„Es macht viel Spaß hier oben“, sagt Kugler ins Publikum, der auf der Bühne wie ein verschmitzt-nervöser Junge wirkt. „Hier unten auch“, möchte man ihm entgegnen. Seit einem Jahr spielen die vier zusammen. Kugler und Strzys sind in der Göttinger Musikszene keine Unbekannten. Beide spielen zusammen bei Merry-Go-Round. Entstanden ist die Band aus Kuglers Solo-Recording-Projekt. Bislang gibt es die Songs nur im Internet auf Bandcamp. Eine CD soll aber folgen.

Sehr, sehr große Fußstapfen

„Burning Tree“ hatten den Abend eröffnet. Die selbstgewählten Fußstapfen, in die die vier Männer treten wollen, sind groß. Sehr groß sogar. Ausfüllen können sie sie jedoch kaum. Die Hard-Rock-Überväter Black Sabbath nennen sie als Einfluss ebenso wie die Stoner-Rocker von Kyuss oder die Doom-Metal-Band Valkyrie.

„Burning Tree“ haben ihre stärksten Momente in den ruhigen, hypnotischen, repetitiven Stücken und Songpassagen, weniger in den brachialen vom Blues- und Hardrock getriebenen Stücken. In diesen verpufft die angestrebte Energie, die die Vorbilder von Burning Tree scheinbar mühelos erreichen.

Von Michael Brakemeier

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