Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
„Dota und die Stadtpiraten“ kapern die Göttinger Musa

Gastspiel „Dota und die Stadtpiraten“ kapern die Göttinger Musa

Irgendwie lebt Dota Kehr in ihrer eigenen Welt, in der sie sich die Dinge auf  ihre Art und Weise zurechtrückt. In ihr gibt es melancholische Seiten, aber auch sehr fröhliche. Und diese Welt teilt sie offenbar gerne anderen Menschen in Form von Musik mit. 

Voriger Artikel
Postorchester Göttingen feiert 40-jähriges Bestehen
Nächster Artikel
Ins Koma gesoffen

„Kleingeldprinzessin“ mit Charme: die Sängerin Dota, hier bei ihrem Auftritt 2008 in Göttingen.

Quelle: Theodoro da Silva

Die auch als „Kleingeldprinzessin“ bekannte Liedermacherin – dieser Namen stammt aus der Zeit, als sie auf der Straße musitzierte – war mit den „Stadtpiraten“ am Mittwoch in der „Musa“ in Göttingen zu Gast. Seit ihren Straßenmusiker-Zeiten wächst ihre Fangemeinde ständig an und zieht auch in Göttingen viele Besucher in ihr Konzert. 

Kein Wunder, denn ihre Musik ist sehr eingängig und handelt meist von kleinen und großen Sorgen des Alltags, in denen sich wohl alle teilweise wiederfinden können. Und, wie könnte es anders sein, es geht auch um die Liebe, ohne jedoch dabei zu sehr dem Kitsch zu verfallen. An diesem Abend spielt sie „gemischte Bohne“: das heißt ein paar alte, ein paar neue Lieder und alte Lieder im neuen Gewand wie der Techno-Ska-Mix von „Fluch des Schlaraffenlands“. 

Mit an Bord sind die „Stadtpiraten“, mit denen zusammen ihre Stücke nach Liedermacher-Musik teilweise nach Jazz, teilweise nach Reggae oder auch nach Polka oder Ska klingen. 

Unwiderstehlicher Charme

In Metaphern und mit viel Wortwitz erklärt sie ihre Sicht der Dinge. „Ich hab viel zuviel Ärger und viel zu wenig Wut“, singt sie und ihre klare Stimme erfüllt den Raum. Die „Stadtpiraten“ geben das Übrige dazu. Der sehr versierte Nicolai Ziel am Schlagzeug ist immer für ein Solo zu haben. Auch Jan Rohrbach an der E-Gitarre und Leon Schurz am Bass spielen groß auf. Durch sie klingt die Musik noch frischer.

Der Wechsel von beruhigenden und energiegeladenen Liedern ist gut abgestimmt. Das Publikum schaukelt bei fast allen Liedern hin und her. Gefangen hat Dota Kehr die Zuschauer sowieso schon –  durch ihren unwiderstehlichen Charme, mit dem sie ihre Stücke präsentiert. 

Mit ihrer Stimmakrobatik hat sie dann endgültig alle für sich gewonnen. Sie summt und klickt mit der Zunge gleichzeitig, so dass es sich nach zwei Stimmen anhört.  Was von dem Abend übrig bleibt, ist ein Einblick in die Sichtweise der Welt einer „Kleingeldprinzessin“, der einen etwas besser schlafen lässt. 

Von Jascha Grewe

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag