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Regional Erfrischender Retro-Sound
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13:14 16.09.2016
Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Die Red Hot Serenaders haben sich zur Aufgabe gemacht, alte Bluestitel und deren angedichtete Monotonie zu entstauben, um ihnen einen frischen Anstrich zu geben. Auf historischen Saiteninstrumenten stilprägender Fabrikate wie National-Gitarren, Dobros, Ukulelen und Mandolinen, aber auch auf Waschbrett, Cajon oder Klarinette rühren sie einen Mix aus Blues, Ragtime, Boogie Woogie und Jazz an. Unterstützt werden sie dabei von Dieter Kropp an der Bluesharp und Dirk Vollbrecht am Kontrabass.
In seiner humorigen Ansage gibt Wöffler an, dass sie im Schwarzwald mit ihrem Bluesmobil unterwegs waren, als sie dort von Räubern überfallen und von diesen ins Studio gezwungen wurden. Ihr aktuelles Blues-Album „Down the Big Road“ sei daraus erwachsen.
„Down The Big Road“ ist auch ihr Aufmacher. Mit lockerem Groove, zweistimmigem Wechselgesang und stets mit einem Augenzwinkern präsentieren sie die alten Songs in neuem Gewand. Dazu erzählen sie Geschichten, die sich um die Lieder und Interpreten ranken.
So erfahren die Besucher, dass Bessie Smith auf Tour in einem eigenen Zug lebte, weil sie es leid war, als Schwarze ständig in den Hotels abgewiesen zu werden. Die Atmosphäre ist fast authentisch im schwülwarmen Raum des Apex, wenn die Serenaders das Publikum nach New Orleans zu den tanzenden Menschen in das wellblechgedeckte „Tin Root Café“ entführen. Wirz spielt dazu mit ihrer Klarinette zum Tanz auf.
Der „Dallas Rag“ aus dem Jahr 1918 kommt beschwingt daher und lädt zum Mitwippen ein. Von Wirz hinreißend gesungen ist „Prescreption for the Blues“. Kribbelndes Bluesfeeling gibt es in „Delta Bound“, wenn Wöffler den Steel-Bar über die Saiten gleiten lässt. Und in „Mean old Frisco“ lassen sie einen Zug durch die Landschaft rollen.
Immer wieder wechselt Wöffler seine Instrumente. In „Rag Mama“ spielt er Jazz Horn zur Gitarre. Wirz gibt ihren mitreißenden Rhythmus auf dem Waschbrett dazu und Vollbrecht lässt die Basssaiten schwingen. Kropp setzt auf seinen vielen Bluesharps intensive solistische Akzente und stellt zum Ende mit DeFord Bailey und seinem „Davidson country blues“ den ersten Mundharmonikastar vor.
So schöpften sie aus einem reichhaltigen Fundus und gingen mit dem begeisterten Publikum auf eine musikalische Reise mit großem Spaßfaktor.

Von Jörg Linnhoff

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