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Außergewöhnliche Klangstrukturen

Konzert Außergewöhnliche Klangstrukturen

Gemeinsam mit der israelischen Sängerin Efrat Alony lotet das Duo Subsystem – Almut Schlichting und Sven Hinse – die Möglichkeiten des Zusammenspiels von Gesang, Baritonsaxofon und Kontrabass aus. Beim Göttinger Jazzfestivals boten sie experimentellen Jazz mit besonderen Inhalten im Kim.

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Gemeinsam loten Almut Schlichting (links), Sven Hinse und Efrat Alony Möglichkeiten des Jazz aus.

Quelle: Jörg Linnhoff

Göttingen. Es hat schon Tradition, dass das Rahmenprogramm des Jazzfestivals an ungewöhnlichen Orten, wie auf der Bühne des KIM, einer Zweigstelle der Neuen Arbeit, Auftrittsmöglichkeiten für junge Künstler bietet, die auf der Hauptbühne des Deutschen Theaters keinen Platz finden.

Das Duo Subsystem arbeitet erst seit kurzem im Trio mit der Sängerin Alony zusammen, die schon in unterschiedlichen Besetzungen in Göttingen auch beim Jazzfestival zu Gast war. Ihre Wege haben sich beim Studium gekreuzt und als Schlichting und Hinse eine Erweiterung ihres Spektrums mit einer Sängerin in Erwähnung zogen, schien ihnen Alony mit ihrer warmen Altstimme die ideale Ergänzung für ihre Tieftonforschung zu sein.

Mit Schlichtings Komposition „Ginger Calypso“ starteten sie im Duo bevor Alony mit ihrer Komposition „Al Na Telech“ in Anlehnung an Bachs Praeludium Nr. 1 mit einstieg. Alony schätzt die Entfaltungsmöglichkeiten, die sich jedem der Musiker in dieser Triobesetzung bieten, wie sie nach dem Konzert erzählte. Improvisatorische Ausflüge der einzelnen Künstler führten immer wieder zu einem harmonischen Ganzen zurück. Alony spielte und improvisierte dabei mit ihrer Stimme in verschiedenen Tonlagen. Schlichtings Saxofonspiel war dynamisch kraftvoll und Hirse setzte seinen Kontrabass sehr punktiert ein.

Ungewöhnlich sind nicht nur die musikalischen Ausflüge des Trios sondern auch die teils sehr humorvollen Hintergründe ihre Stücke. „Rabbit King“ hat Schlichting extra für die Triobesetzung geschrieben. Ihr Saxofonspiel schleicht sich geheimnisvollin die mysteriöse Geschichte um ein räuberisches Kaninchen, das im nebligen London bei Nacht Süßigkeiten-Läden überfällt. „Great Pain“ in der Bearbeitung von Hinse ist an ein Gedicht von Emily Dickinson angelehnt. In „Round Parks“ führte das Trio die Besucher auf eine sehr abwechslungsreiche Reise mit abrupten musikalischen Wendungen durch die Pariser Parks.

Wenn man altere und die Haare ergrauten, sehe man irgendwann aus wie ein tropischer Vogel, meint Schlichting. In ihrer Komposition „Tropical Bird“ kann man sich nach ihrer Vorstellung aussuchen, in welchem Vogel man sich erkennt. Von Alony kam die überraschende Aussage, dass sie an manchen Tagen Jazz nicht möge. Wenn dies der Fall sei, nehme sie sich gerne Jazz-Standards vor und „ruiniere“ diese. Als Beweis legte sie zum Abschluss des Abends ihre Version von „If I should loose you“ vor.

Begleitet von leichten akustischen Problemen bekamen die zahlreichen auch jungen Besucher im Kim eine sehr spezielle Form von Jazzinterpretationen zu hören, die sie mit großem Applaus bedachten.

Von Jörg Linnhoff

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