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Ein schöner und aufregender Abenteuertag

Studio des Deutschen Theaters Ein schöner und aufregender Abenteuertag

Ein Schatz kann so vieles sein: Eine grüne Wäscheklammer, ein Plan oder einfach ein schöner Tag über den man am Abend gemeinsam nachdenkt. Am Sonntag hatte das Kinderstück „Wie Ida einen Schatz versteckt und Jakob keinen findet“ im Studio des Deutschen Theaters Premiere.

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Schlingpflanzen im See: Hier lebt der Frosch, gespielt von Ida (Anna-Katharina Philippi).

Quelle: Urban

Ida und Jakob träumen vom großen Abenteuer. Ida (Anna-Katharina Philippi) möchte einen Schatz verstecken und macht sich auf den Weg. Jakob (Dominik Bliefert) würde gerne einen Schatz finden, und macht sich einen Plan, stopft ihn in die Hosentasche und geht auf die Suche. Er gräbt auf dem Friedhof und kommt einem Maulwurf in die Quere. Aber weil es Jakob dort zu dreckig, kalt und dunkel ist, buddelt er das Loch einfach wieder zu.

Im Froschteich hat er seinen Schatz zweimal schon in der Hand. Weil es dort so glitschig ist, gleitet Jakob der Schatz aber sofort wieder durch die Finger – ohne dass er ihn gesehen hat. Ida ist auf Feldern und in den Bergen unterwegs, im Nebel und fast in den Wolken. Irgendwann fällt ihr auf, dass sie gar keinen Schatz dabei hat den sie verstecken könnte, nur eine grüne Wäscheklammer, und Jakob merkt, dass er seinen Plan ja selbst gezeichnet hat.

Abends treffen die beiden sich zu Hause wieder. Nach einem schönen und aufregenden Tag schauen sie gemeinsam in die funkelnden Sterne und hüten die Erinnerung wie einen Schatz.
Ein unaufgeregtes, sehr hintergründiges Stück hat Andri Beyeler aus dem Bilderbuch von Simone Baumann und Barblin Sindelar entwickelt. Regisseur Karl-Heinz Ahlers hat es unterhaltsam fürs Deutsche Theater inszeniert. Philippi ist mit ihren niedlichen Grübchen die perfekte Ida. Sie beschränkt sich aber nicht aufs Niedlichsein. Philippi begeistert auch als blinder, nuschelnder Maulwurf und als amerikanischer Frosch. Bliefert ist als verträumter Jakob ebenso bemerkenswert wie als hibbelige Krähe oder als sprechender Berg.

Griff in die Schatzkiste

Das einfache und sehr effektvolle Bühnenbild von Ilka Kops ist allein schon ein Griff in die Schatzkiste: Dutzende braun-grün-matschfarbene Krawatten auf der Wäscheleine sind gar keine Binder, sondern ein See voller glitschiger Schlingpflanzen. Der weiße Gazevorhang ist keine Gardine, sondern Nebel, und die enziangeblümte Tischdecke mit Pudelmütze ist das bayrische Hochgebirge. Das versetzt Erwachsene mehr ins Staunen als die Kinder – die hätten es wahrscheinlich genauso gemacht.

Die nächsten Vorstellungen: 18., 20. und 29 November, zahlreiche weitere Vorstellungen im Dezember im Studio des Deutschen Theaters Göttingen, Theaterplatz 11. Kartentelefon 05    51   /   49    69    11.

Von Eida Koheil

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