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Regional Eintauchen in den Schwanensee
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19:38 07.12.2009
Klassisch: Ballett aus Schwanensee. Quelle: Walliser
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Hoch über seinem Kopf zieht ein Schwarm weißer Schwäne entlang, er spürt Melancholie. Mit „Schwanensee“ war die staatliche russische Ballettakademie Rudolf Nurejew zu Gast in der fast vollbesetzten Duderstädter Eichsfeldhalle. Die Choreogaphie der künstlerischen Leiterin, Volkskünstlerin Kubatova, lehnt sich eng an die 1895 am Mariinski-Theater in Sankt Petersburg aufgeführte Fassung an, die heute als Grundlage der meisten Interpretationen gilt. Die Choreografie war damals von Marius Petipa und Lew Iwanow, Pjotr Iljitsch Tschaikowski hat sie nie gesehen.

Verzauberte Odette

Der Prinz geht zum See, ins Reich des bösen Zauberers Rotbart, dessen Boshaftigkeit in seinen kühnen Sprüngen gipfelt. Zunächst von Ferne, später inmitten von 16, später 18 weißen Schwänen entdeckt er den von Rotbart verzauberten Schwan Odette, in den er sich sofort verliebt. Mit Anmut und Innigkeit zeigen die beiden Tänzer ihre erwachende Zuneigung, Siegfried schwört Odette ewige Liebe, die sie letztlich aus ihrem Schwanendasein erlöst. Doch bis es soweit kommt und die Liebe in dieser Produktion über alles Böse siegt, sind Siegfried, Odette und Odile, ihr negatives rotbartsches Pendant noch einigen Verwerfungen ausgesetzt.

Mit guter Ausstattung und liebevollen Details gelingt es der Ballettkompanie, die märchenhafte Geschichte hochemotioanl zu inszenieren, dicht beieinander auf der schmalen Bühne stimmen die Tänzer sich perfekt aufeinander ab. Ihr Gleichklang verwandelt den Erzählraum in einen homogenen Tanzerlebensraum. Vom Pas de Trois der Freunde des Prinzen über den spanischen, den neapolitanischen, den russischen Tanz und vor allem die verschiedenen Soli des Hofnarren, Rotbarts, der Bräute, des Prinzen, wie auch der Duette gelingt eine anrührende Darstellung. Konzentriert und diszipliniert steht das junge Ensemble zusammen, vermag es, abseits der Tradition, eigene Reflexe zu setzen. Ein Schwanensee, in den man ganz eintauchen konnte.

Von Tina Lüers

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