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Regional Ein Koffer voller Bluesrock
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11:17 02.05.2017
Eliana Cargnelutti & Band und Jan Finkhäusers Blues Explosion im Musikclub Exil Quelle: Linnhoff
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Göttingen

Vor Cargnelutti gehört erst mal dem von der Göttinger Band „Paddy's Funeral“ bekannten Sänger und Gitarristen Jan Finkhäuser und seiner frisch formierten „Blues Explosion“ die Bühne. Diese erweisen sich als heimliches Highlight vorweg. In klassischer Trio-Besetzung wird Finkhäuser von Walter Geyer am E-Bass und Daniel Kraus an den Drums angetrieben. Mit Finkhäusers dunkler, rauchig kehliger Stimme und seinem unglaublich reifen, intensiven E-Gitarrenspiel wildern sie genial in der Blues-Klassiker-Kiste.

Daraus hervor holen sie bekannte Songs wie „Hoochie Coochie Man“ oder „Unchain My Heart“ und verpassen ihnen ein frisches, kraftvolles Gewand. Auch ein paar Tom Waits Songs sind dabei. Diesen kommt Finkhäuser sehr nah. Mit voller Kraft voraus geht es in „Walking By Myself“ und letztendlich auch noch auf den „lonesome highway“ in Bob Segers „Turn The Page“.

Cargnelutti ist nach eigener Aussage von Künstlern wie Guns N‘ Roses, Joe Bonamassa, Susan Tedeschi oder Stevie Ray Vaughan beeinflusst.Begleitet wird sie auf ihrer Tour von Bassist Simone Serafini, Drummer Carmine Bloisi und Loris De Checci an der Hammond Orgel.

„Why Do I Sing The Blues?“ stellt sie sich selbst die Frage in ihrem ersten Song und blickt zurück auf ihren bisherigen Lebensweg. Ausgestattet mit kraftvoller, teils schriller Stimme und beachtlichem technischen Repertoire auf der E-Gitarre, fegt sie von Beginn an wie ein Irrwisch über die Bühne und macht ziemlich schnell klar, dass ihre Ursprünge auch im Heavy Metal liegen.

Glasklarer knallharter Bluesrock ist die Marschroute in den meisten ihrer Songs, die sie mit ihrer klassischen Rockröhre zum Besten gibt. Selten begibt sie sich mal kurz in ruhigere Gewässer, wie in „Soulshine“, einem Tribute an die Allman Brothers. Ihrer Energie scheint keine Grenze gesetzt zu sein. Sie liebt das Posen, begibt sich zwischendurch ins Publikum und greift, während sie weiterspielt, nach einem Glas, um dieses bottleneckartig über die Saiten gleiten zu lassen.

Zum Ende lässt sie noch mal den Hendrix raus, spielt ihre Gitarre auf dem Boden kniend und rücklings hinter dem Kopf. Ein furioser Auftritt, der sich letztendlich aber etwas in der Beliebigkeit der Songs verlief.

Von Jörg Linnhoff

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