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Ensemble „Cima Baroque“ bei Göttinger Reihe Historischer Musik

Junge Musiker Ensemble „Cima Baroque“ bei Göttinger Reihe Historischer Musik

China gehört auch noch Orient – zumindest im englischen Gebrauch des Wortes. Daher überraschte es nur auf den ersten Blick, dass das junge Ensemble „Cima Baroque“ in der Göttinger Reihe Historischer Musik programmatischen Bezug auf die jesuitische Missionierung in China nahm.

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Konzertieren mutig, aber in der Intonation nicht ganz perfekt: „Cima Baroque“.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Der internationale Nachwuchswettbewerb folgt dem Motto der aktuellen Händel-Festspiele, die mit „Händel und der Orient“ aber vor allem den Nahen Osten in den Mittelpunkt rücken.

Wie dem auch sei: Das Trio, das an diesem Abend von Julia Kuhn an der Violine ergänzt wurde, lieferte unter dem Titel „Die Reise des Hirten: Jesuiten in China“ ein historisch reizvolles und vor allem ungehörtes Programm. Drei der „Neuen deutschen Arien“ Georg Friedrich Händels dienten dem Programm als sicherer Hafen. Die Rekonstruktion einer Singstimme aus den allein erhaltenen Basso Continuo- und Cembalo-Parts von Heinrich Ignaz Franz Bibers „Salve Regina“ ist dagegen allerdings eine Fahrt durch unbekannte Gewässer.

Zeitgenössischer Kontrapunkt

Sicherlich sollte die Fassung von „Cima Baroque“ vor allem als Interpretation begriffen werden, dennoch präsentierte das Ensemble eine Melodie, die sinnvoll und affektreich Bezug auf ihr harmonisches Fundament nimmt. Auch „The Shepherd’s Journey“ von Mark Janello bereicherte den Abend mit zeitgenössischem Kontrapunkt und reizvoll entrückten Figurationen.

Elizabeth Hungerfords Sopran ist etwas Besonderes: Er kommt ein wenig zurückgenommen daher, ist aber erfrischend ungezwungen und natürlich. Zudem erreicht Hungerford eine Weichheit im Timbre, die man bei einer so klaren Stimme eigentlich nicht zu erwarten hofft. Auch Andrew Arceci an der Viola da Gamba und John McKean am Cembalo zeigten sich willens, Hungerfords Talent herauszuarbeiten. Einzig Julia Kuhn hatte insbesondere in den Violinsonaten des im 18. Jahrhundert für den chinesischen Kaiser komponierenden Jesuiten-Missionar Teodorico Pedrini deutliche Probleme in den höheren Lagen: Bei schnelleren Notenwerten wurde ihr Ton oftmals von einer unangenehme Rauheit vereinnahmt. Und das trübte die Freude am ungewöhnlichen  und ansonsten gelungenen Programm leider merklich.

Das Finale der Göttinger Reihe Historischer Musik mit dem „Ensemble Cafébaum“ findet am Donnerstag, 7. Februar, um 20 Uhr, im Mercedes-Benz Center, Willi-Eichler-Straße 34, statt. Karten gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen in der Jüdenstraße 13c in Göttingen und Auf der Spiegelbrücke 11 in Duderstadt.

Von Jonas Rohde

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