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Ensemble Medici gibt Benefizkonzert in der Göttinger Jacobi Kirche

Würdiges zum Andenken Ensemble Medici gibt Benefizkonzert in der Göttinger Jacobi Kirche

Mit einem berührenden, überzeugend ausgeführten Programm hat das Ensemble Medici am Montagabend mit einem Benefizkonzert für die Überlebenden der Ghettos und Konzentrationslager in den baltischen Staaten im gut besuchten Gemeindesaal von St. Jacobi konzertiert.

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Konzertieren genauso berührend wie überzeugend: Das aus Kinderärzten bestehende Ensemble Medici.

Quelle: Vetter

Göttingen. Unterstützt wurde eine private Initiative, welche die überwiegend in sehr ärmlichen Verhältnissen lebenden Menschen vor allem bei der medizinischen Versorgung unterstützt.

Von den ehemals schon nur rund  400 Überlebenden aus Ghettos und Konzentrationslagern im Baltikum sind heute noch 140 am Leben. Zu ihrer Unterstützung hatte das Ensemble Medici – ein Streichquartett aus Kinderärzten – ein anspruchsvolles und würdiges Programm zusammengestellt. Mit Josef Haydns Streichquartett D-Dur op. 76 gab es zunächst einen für Publikum und Musiker vergleichsweise leicht-verdaulichen Einstieg.

Volle Konzentration war danach auf beiden Seiten für Dmitri Schostakowitschs Streichquartett Nr. 8 gefordert. Das Stück hat der Komponist den Opfern von Faschismus und Krieg gewidmet und verklausuliert mit der seinen Initialen entsprechenden motivischen Tonfolge D-Es-C-H die requiemhafte Bilderflut einer tief verletzten Seele vertont.

Der Komplexität des Stücks erwies sich das Laienmusiker-Ensemble sehr wohl gewachsen und überzeugte vor allem in den energischen, ineinander verschachtelten Passagen mit kraftvollem und sehr gut aufeinander abgestimmtem Spiel.

„Der Tod und das Mädchen“, Franz Schuberts Streichquartett in d-Moll, bildete den Abschluss des Konzerts. Erneut zeigte sich das erfahrene Ensemble als ausgesprochen feinfühlig bei der Interpretation der unterschiedlichen Stimmungen und Motive.

Wie schon bei Schostakowitsch gelang es den vier Künstlern, ihr Publikum mit der Musik tief berühren und so eine besondere Nähe der Unterstützenden mit dem Schicksal und den Lebensgeschichten der Unterstützten herzustellen.

von Isabel Trzeciok

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