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Erdbeben, Explosion und Fontänen

„Feuerwerk der Chemie“ Erdbeben, Explosion und Fontänen

„Die Hauptaufgabe meines Laboranten ist, mich zu löschen“. Prof. Dietmar Stalke vom Institut für Anorganische Chemie ist ein ehrlicher Mensch. Sein „Feuerwerk der Chemie“, das er gleich zweimal abbrennen ließ, war sicherlich einer der größten Besuchermagneten der Nacht des Wissens.

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Beim Feuerwerk der Chemie: brennendes Metall.

Quelle: Heller

Kein Wunder, denn Stalke verschwendete wenig Zeit für theoretische Erklärungen und ließ die Chemie in ihren buntesten Facetten leuchten, explodieren und stinken. Sein Publikum diente dabei auch gerne als Zielscheibe und musste auf der Hut sein, um nicht von Tischtennisbällen oder – weiß die Stabsstelle Sicherheit davon? – flüssigen Stickstoff getroffen zu werden.

Die Fakultät für Physik musste da natürlich mithalten. Prof. Arnulf Quadt setzte mit seinen Studierenden auf den Gruselfaktor: Ihre Show „Zauberhafte Physik“ stand  etwas verspätet unter dem Zeichen von Halloween. Zu diesem Anlass ließen sie sogar Schrödingers Katze moderieren, was den Gesetzen der Quantenphysik ganz sicher nicht gehorcht haben dürfte. Auch die Demonstration, wie man aus Wasser Kirschsaft machen kann, kam paranormal daher.

Moderator Sebastian Skorzinski erklärte dem erstaunten Publikum, dass dieser Effekt auf das Prinzip des Heronsbrunnens zurückgeht. Das eingefüllte Wasser erzeugt einen Luftdruck, der den bereits zuvor eingefüllten Saft in einer Fontäne aufsteigen ließ. Derlei Aha-Effekte zogen sich durch die gesamte Show. „Physik ist keine Zauberei“, stellte Skorzinski klar.

Gemächlicher, aber nicht weniger konzentriert ging es in der Bereichsbibliothek Physik zu. Hier wurde der ATLAS-Detektor des Genfer Large Hadron Colliders, an dem jüngst die Entdeckung des Higgs-Bosons, auch Gottes-Teilchen genannt, gefeiert wurde, aus rund 10     000 Legosteinen  von fleißigen Jungforschern nachgebaut. Das entspricht einem Maßstab von 1:50. Die zehnjährige Lisa Quadt aus Göttingen interessiert sich in der Schule eigentlich mehr für Mathe und Kunst und nur „ein bisschen für Physik“. Dennoch baut sie zielstrebig an einem Schlitten, auf dem das ein Meter lange Ungetüm nach seiner Fertigstellung ruhen soll.

Im Geowissenschaftlichen Zentrum wäre das Lego-Projekt vermutlich schnell eingestürzt. Der dort aufgebaute Erdbebensimulator bestimmte, vermischt mit wohligen Schreckensschreien seiner Insassen, die Geräuschkulisse im Gebäude. Auch Jonas Siebert aus Nörten-Hardenberg hat sich ordentlich durchschütteln lassen: „Ich war schon mal in einem Erdbebensimulator, aber der hier ist größer“, staunt der Neunjährige.

Von Jonas Rohde

Zum 275. Geburtstag hat die Georg-August-Universität die erste Göttinger Nacht des Wissens veranstaltet. Mehr als 15000 Menschenkamen, um aus 216 Angeboten zu wählen. © Theodoro da Silva

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Zum 275. Geburtstag hat die Georg-August-Universität die erste Göttinger Nacht des Wissens veranstaltet. Mehr als 15000 Menschenkamen, um aus 216 Angeboten zu wählen.

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Zu ihrem 275. Geburtstag in diesem Jahr hat die Georg-August-Universität allen an Wissenschaft interessierten Menschen die erste Göttinger Nacht des Wissens geschenkt. Am Sonnabend kamen mehr als 15      000 Menschen, um von 17 bis 24 Uhr aus den 216 Angeboten zu wählen: Physik-Show, griechische Skulpturen, Regenwald-Pflanzen, Laserschwert, Flugzeug oder begehbares Herz.

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