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Regional Erich Sidler inszeniert im Saarland
Nachrichten Kultur Regional Erich Sidler inszeniert im Saarland
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00:17 27.05.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Noch haben die Gauner gut Lachen: der Dicke Ezechiel (Georg Mitterstieler) zieht Peter (Nina Schopka) das Ohr lang , der Lange Schlurker  (Saskia Petzold) und  der Tanzbodenkönig (Hans-Georg Körbel, rechts) sind voll dabei. Quelle: Hickmann
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Saarbrücken

Weil die Bühne im Großen Haus in Saarbrücken saniert wird, wird es in der Alten Schmelz in St. Ingbert gespielt, einem prachtvollen Industriedenkmal von beachtlichen Ausmaßen.

Hauff starb jung, allerdings ist das schon eine ganze Weile her. 1827 segnete er das Zeitliche, „Das kalte Herz“ erschien im gleichen Jahr in Hauffs  „Märchenalmanach für Söhne und Töchter gebildeter Stände“. Denen wollte Hauf wohl eine Lektion fürs Leben mitgeben: Sei nicht gierig, und schiel nicht auf den Besitz deines Nachbarn.

Auf diese etwas schlichte Moral ließ sich Kricheldorf, Hausautorin am Staatstheater Kassel, ein. Auch ihr Köhlersohn Peter Munk schließt einen Pakt mit dem Bösen, um soviel Geld zu haben wie der Dicke Ezechiel und so gut tanzen zu können wie der Tanzbodenkönig.

Und dafür opfert jemand sein Herz? Da wedelt der erhobene Zeigefinger aber fürchterlich moralisch in der Luft.

Dass aus dieser etwas flauen Geschichte ein runder, unterhaltsamer und theatralisch bemerkenswerter Theaterabend geworden ist, dafür zeichnen mehrere Akteure verantwortlich.

Auf höchstem Niveau

Zuerst einmal natürlich Sidler, der nicht nur sehr präzise inszeniert hat, sondern auch eine Live-Band dazu holte: „Next Stop: Horizon“ heißt die schwedische Formation um Pär Hagström, der die Musik zum Stück schrieb. Im Jahr 2011 spielte die Band im Göttinger Apex, schön romantisch die Idee, Sidler habe sie dort entdeckt.

Nein, es war in Saarbrücken. In der Alten Schmelz liefert das Quartett jetzt den poetisch-wilden Anteil am Projekt – auf höchstem Niveau und gebannt auf einer CD: „The Cold Heart“.

Besetzt hat Sidler die Hauptrolle mit einer jungen Frau. Nina Schopka spielt jenen Peter Munk, der so gerne Geld hätte und Ansehen. Und wieder ist Sidler ein Kunstgriff gelungen. Denn Schopkau holt heraus aus der Figur, was darin angelegt ist.

Wie ihre Kollegen spielt sie dem Märchen angemessen manchmal dicht am Slapstick und leicht holzschnittartig. Was direkt überleitet zum bemerkenswert aufwendigen Bühnenbild von Gregor Müller.

„Next Stop: Horizon“ in Göttingen

Für Munks Zuhause, die Köhlerhütte im Wald, hat der Bühnenbildner einen Guckkasten entworfen und mit überdimensionalen Laubsägearbeiten gestaltet. Später dann spielt sich das Geschehen in einem wunderbar schlicht, sehr ausladenden hölzernen Gastraum ab.

Mit viel Gespür für Tempo und Rhythmus lässt Sidler dort der Geschichte ihren Lauf.

Ein wenig aus dem Blickfeld sind ihm dabei der Waldgeist Glasmännchen  (Gertrude Kohl) und der Bösewicht Holländer-Michel (Heiner Take) geraten. Beide kungeln, der eine göttlich, der andere teuflisch, um Seelen. Das hätten sie auch mit weniger dramatischem Klischee tun können. Begeistert war das Premierenpublikum dennoch.

Im Anschluss an die Uraufführung kündigte Sidler übrigens an: „Next Stop: Horizon“ werden Sie in Göttingen wiedersehen.“

Weitere Vorstellung: 30. und 33. Mai sowie am 1., 5., 14., 16., 18., 22., 25., 26. und 28. Juni um 19.30 Uhr im Industriedenkmal Alten Schmelz, Saarbrücker Straße 38 in St. Ingbert. Kartentelefon: 06 81 / 30 92 486.

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