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Regional Eröffnung mit Verdis Oper „Rigoletto“ im Alten Rathaus
Nachrichten Kultur Regional Eröffnung mit Verdis Oper „Rigoletto“ im Alten Rathaus
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20:43 07.02.2010
Die beiden Spieler mit den drei Höflingen Marullo, Borsa und Ceprano: Silke Technau und Stephan Schläfke. Quelle: Heller

Wie ist das möglich? Das funktioniert nur per Zauber, genauer: durch den Zauber eines Figurentheaters. Am Sonnabend hat das Kobalt-Figurentheater aus Lübeck Verdis Oper „Rigoletto“ im Alten Rathaus gespielt, in einer Fassung, die die Opernhandlung mit der Tragödie „Le Roi s’amuse“ von Victor Hugo verknüpft, auf der Verdis Libretto beruht. Die Musik kommt aus der Konserve, da singt die Callas zusammen mit Tito Gobbi als Rigoletto und Giuseppe di Stefano, die Aufnahme stammt von der Mailänder Scala, ist schon 55 Jahre alt – und wirkt dennoch ebenso lebendig wie die von Michaela Bartonová und Antonín Müller geschnitzten Figuren. Geführt werden Gilda, Rigoletto und all die anderen von Silke Technau und Stephan Schläfke, die ihnen auch die Sprechstimmen leihen.

Mit „Rigoletto“ gastierte das Kobalt-Theater (damals noch in Berlin ansässig) bereits vor zehn Jahren in Göttingen. Das Wiedersehen mit dieser faszinierenden Produktion verdankt das Göttinger Publikum dem 25-jährigen Jubiläum der Göttinger Figurentheatertage. Interessanterweise hat sich der atmosphärische Reiz beinahe noch gesteigert, die beiden Spieler (die stets zu sehen sind und dennoch die Illusion des Spiels nirgends zerstören) entfesseln noch virtuoser die Fantasie der Zuschauer.

Angesiedelt ist das ganze Stück auf einem Karren, hölzerne Stäbe begrenzen die Räume. Mehr Requisiten braucht es nicht, eine menschliche Tragödie ins Bewusstsein zu bringen. Sehr viel tragen dazu die ausgesprochen musikalischen Stimmen der Spieler bei, die jeder Figur eine charakteristische Note verleihen.

Die 25. Göttinger Figurentheatertage laufen noch bis zum 20. Februar. Programm im Internet unter www.figurentheatertage.goettingen.de, Vorverkauf: Tourist-Information im Alten Rathaus Göttingen, Markt 9.

Von Michael Schäfer

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