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Regional Ex-Panzerknacker wird Nektar-Frontmann
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11:27 04.12.2018
Ex-Panzerknacker Alexander Hoffmeister ist als Frontmann bei der Band Nektar eingestiegen. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Die Band Ambrosia kennt kaum noch einer, Nektar ist immer noch in vieler Munde. Die surrealen Cover der Rockband haben in den 1970er-Jahren Einzug in viele Jugendzimmer gehalten. Vom Nektar-Fan der ersten Stunde zum Frontmann der einst Kultstatus genießenden Band aufgerückt ist Alexander Hoffmeister. Der aus Duderstadt stammende und in Göttingen lebende Gitarrist ist in die Fußstapfen seines Idols Roye Albrighton getreten, der 2016 an einem Krebsleiden gestorben ist. Mit der Band, die seine Jugend geprägt hat und mit der ihn eine lange gemeinsame Geschichte verbindet, hat Hoffmeister das neue Album „Megalomania“ eingespielt.

Mit den Panzerknackern wurde Alexander Hoffmeister in der Region bekannt. Quelle: Christina Hinzmann

Die Aufregung ist Hoffmeister trotz aller Routine anzumerken. Der versierte Musiker ist vom 5. bis 16. Dezember auf Deutschland-Clubtour mit Nektar respektive New Nektar (Hoffmeister wollte sich nicht mit fremden Federn schmücken und hat aus Respekt vor Albrighton auf eine Umbenennung gedrängt), am Donnerstag, 13. Dezember, im Göttinger „Exil“. „Ich bin immer noch unsicher“, gesteht der 66-Jährige, der 27 Jahre lang mit den Panzerknackern unterwegs war: „Der Schuh ist groß, die Erbschaft schwer“. Die als Studentenband gestarteten Panzerknacker wurden 2002 von Radio 21 zur besten Cover-Band Norddeutschlands gekürt, ihren letzten Auftritt hatten sie 2008 bei Pop meets Classic in der Lokhalle. In den vergangenen Jahren ist Hoffmeister mit jungen Musikern unter anderem bei der Duderstädter Musiknacht im Halben Mond aufgetreten.

Vom Beat zum Progressivrock

Seine musikalische Karriere hat der gelernte Restaurator Hoffmeister bereits in den 1960er-Jahren gestartet, mit der Beat-Band „Heart-Beats“ Säle im Eichsfeld gefüllt.

Hoffmeisters erste Band in den 1960er-Jahren: die Heart-Beats. Quelle: Christina Hinzmann

Als sich der Zeitgeist drehte, sattelte er auf progressiven Rock um und gründete mit seinem Bruder „Fragile“. Den Anstoß dazu gab nicht zuletzt Nektar, als deren Support Fragile ebenso auftrat wie mit Ufo, Colloseum, Manfred Mann und vielen anderen. „Anfangs dachten alle, Nektar wäre eine deutsche Band, die Gruppe wurde aber 1969 von später in die USA übergesiedelten Briten in Hamburg gegründet“, erzählt Hoffmeister: „Der Krautrock lehnte sich dann an die von Nektar gesetzten Meilensteine des Psychedelic- und Progressive-Rocks an.“ Der wich in späteren Werken Nektars allerdings zunehmend einem schlichter gestrickten Hardrock.

Scheiben wie das Debütalbum „Journey to the centre of the Eye“, „A Tab in the Ocean“ und „Recycling“ („Historisch für mich eine ganz wichtige Sache, damit waren sie auch ökologische Vorreiter“) sowie Stücke wie „Remember the Future“, die ganze LP-Seiten füllten, hatten es Hoffmeister angetan. Roye Albrighton bewunderte er als „kreatives Genie der Band – von Kompositionen und Lyrics über Persönlichkeit und Bühnenausstattung bis zu der Art, wie er Gitarre spielte“. Die Bewunderung ging so weit, dass Hoffmeister in den Seventies lange gespart und gearbeitet hat, um sich das Gitarrenmodell zuzulegen, das auch Albrighton spielte: eine Gibson Les Paul Gold Top, die jetzt wieder zum Einsatz kommt.

Eichsfelder entern Nektar

Spontan kann Hoffmeister jeden Song der Compilation „Do you believe in magic?“ anstimmen, den man ihm nennt. Die Geschichte der Band, dessen britische Urbesetzung bereits 1978 zerfiel, kennt er im Detail mit allen Umbesetzungen, Reunions und Stilwechseln. Jetzt ist Hoffmeister selbst Teil der Bandgeschichte. An Bord geholt wurde er nach dem Tod Albrightons von einem weiteren Eichsfelder: Klaus Henatsch, der aus Gieboldehausen stammt und auch schon bei der Band Jane mitgemischt hat, spielt bereits seit 2007 Keyboards bei Nektar. Komplettiert wird das aktuelle line-up durch Albrightons Sohn Che am Schlagzeug und Tom Fry am Bass. Geblieben ist das Band-Logo, eine insektoide Figur, die einen Knochenstab mit Ohrmuschel hält.

„Damals hatten wir alle einen Bart“. Hoffmeister als „Fragile“-Frontmann. Quelle: Christina Hinzmann

„Einfach nur covern haut nicht hin bei Nektar“, sagt Hoffmeister: „Man muss auch den Spirit und den Zeitgeist erfassen.“ Seinen Übungsplan im Vorfeld der Club-Tour richtet er am Live-Album „Fortified“ von 2009 aus, lernt „stapelweise Texte“, freut sich auf „das Eintauchen in die 70er-Jahre“ und rechnet vor allem mit der Generation 50+: „Wir werden bei der Megalomania-Tour einige wenige Songs vom neuen Album spielen und viele alte Sachen. ,Remember the future’ ist ein Muss, und wird von den alten Fans erwartet.“

Von Kuno Mahnkopf

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