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Regional Auftakt für großes Kunstfest
Nachrichten Kultur Regional Auftakt für großes Kunstfest
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16:13 16.08.2018
Martina Gedeck bei einer Lesung in Göttingen. Quelle: Jan Vetter
Göttingen

Vorträge und Exkursionen im Westwerk, in der Civitas von Corvey, im ehemaligen Kloster Bursfelde und der Michaelskapelle auf dem Heiligenberg vervollständigen das Programm. Die künstlerischen Leitung hat die Literaturwissenschaftlerin Brigitte Labs-Ehlert übernommen. Bis 2023 soll „Via Nova“ mit einem jährlichen Kunstfest fortgesetzt werden.

Im „Jahr des Kulturerbes“ 2018 sollen Geschichte und Werte Europas den Menschen auf besondere Weise nähergebracht werden, teilen die Organisatoren mit. Das Kunstfest soll die Bedeutung Corveys als mittelalterliches geistiges Zentrum mit seiner Gelehrsamkeit herausstellen. Es soll die Errungenschaften, wie sie in den Handschriften, Fresken und Sakralbauten Corveys festgehalten sind, ins Blickfeld rücken. So werde die Bedeutung von Corvey für die Entwicklung von Kunst und Wissenschaft sichtbar gemacht, meinen die Veranstalter.

Künstler der verschiedenen Sparten sollen ästhetisch Stellung beziehen, so der Plan. Die Wirkungsbereiche und historischen Routen von und nach Corvey – von Frankreich bis Skandinavien und zu den östlichen Nachbarn – spielten dabei eine besondere Rolle. ‹Via Nova – Kunstfest Corvey› soll ein großes europäisches Projekt werden, hoffen die Organisatoren.

Kunstfest bis 2023

Das Kunstfest im Jahr 2019 steht unter dem Motto „Heliand“. Dabei handelt es sich um die älteste Bibeldichtung in deutscher Sprache aus dem 9. Jahrhundert. Sie wurde im Corveyer Skriptorium kopiert. Eine erhalten gebliebene Handschrift wird heute in München verwahrt; ein weiteres Bruchstück befindet sich in Berlin. Der Heliand entstand kurz nach der Unterwerfung der Sachsen durch Karl den Großen und überschreibt germanische Helden- und Göttermotive mit der christlichen Lehre.

Die „Annalen“ des Tacitus stehen im Mittelpunkt des Festes 2020. Die Corveyer Abschrift bewahrt als einzige den Anfang des Werkes, der die Ereignisse in den Jahren 14 bis 68 n.Ch. umfasst.

Um die „Odyssee“ dreht sich das Kunstfest 2021. Corveyer Mönche haben im Westwerk einen Zyklus aus Homers großem Epos ‹Odyssee› abgebildet. Um das Werk „Trost der Philosophie“ des Philosophen Boethius dreht sich das Fest im Jahr 2022 bevor 2023 die Sachsengeschichte Thema wird.

Mit einem Symposium startet das Kunstfest am Freitag, 31. August. Ab 14 Uhr stehen die Präsentation des materiellen und immateriellen Erbes der Welterbestätte Corvey sowie Ideen und Planungen dazu auf dem Programm. Vortragende sind unter anderem Ursula Sinnreich, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW, Eva Maria Seng, Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe an der Universität Paderborn, Brigitte Labs-Ehlert, Literaturwissenschaftlerin und Christoph Stiegemann, Erzbischöfliches Diözesanmuseum Paderborn. Um 18 Uhr schließt sich ein Konzert an. Christian Tetzlaff (Violine), Tanja Tetzlaff (Cello) und Lars Vogt (Klavier) spielen Werke von Johannes Brahms. Dazu lesen Dörte Lyssewski und Jens Harzer unter dem Titel „Ein steinernes Feld, eine Halle, ein Wald – Corvey und die Spiritualität“ Texte von Jürgen von der Wense, Konrad Weiss und anderen.

Exkursion nach Bursfelde

Für Sonnabend, 1. September, ist eine Exkursion nach Bursfelde angesetzt. Auch hier sind Konzerte, Lesungen und eine Führung geplant. Unter anderem trägt Hans Kremer aus Umberto Ecos „Im Namen der Rose. Sexta“ vor. Der Abend – dann wieder auf Schloss Corvey – ist dem Schriftsteller Marcel Proust gewidmet. Er endet mit einem Konzert des Ensembles Vox Clamantis. Es präsentiert Gregorianische Gesänge und mehr.

Am Sonntag, 2. September, führt eine Exkursion nach Heiligenberg. Dort liest Hans Kremer liest Vilém Flusser. Abgerundet wird der Ausflug mit einem Konzert. Anna Maria Friman (Gesang, Hardangerfiedel, Shrutibox), Arve Henriksen (Trompete, Gesang) und Catalina Vicens (Organetto) treten mit ihrem Programm „Sainte Marië Viërgenë“ auf. Auch dieser Abschlusstag klingt auf Schloss Corvey aus. Ab 18 Uhr gibt es Programm unter anderem mit der Lesung der Schauspielerin Martina Gedeck, die Jaroslav Seiferts „Alle Schönheit dieser Welt“ vorstellt. Am Ende spielt das Albion String Quartet Werke von Antonín Dvořák und Gustav Mahler.

Von Peter Krüger-Lenz

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