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Feiern mit den Jungs bis die Lokhalle bebt

Die „Wise Guys“ in Göttingen Feiern mit den Jungs bis die Lokhalle bebt

Mystische Atmosphäre herrscht in der Lokhalle vor Showbeginn. Die zahlreichen Strahler tränken den vollen Saal in ein arktisches Blau. Doch nicht David Copperfield springt auf die Bühne, sondern Eddie, Ferenc, Nils, Sari und Dän. Ihr Erscheinen sorgt für ein heftiges Applaus-Gewitter.

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Hüften schwingen und charmante Witze reißen: die „Wise Guys“.

Quelle: Pförtner

Die „Wise Guys“ stellen am Sonnabend in Göttingen ihr neues Doppelalbum „Zwei Welten“ vor. Dieses ist ein besonderes, denn es vereint den für die Band typischen A-cappella-Sound mit instrumentierten Songs: „Wenn wir Lieder schreiben, hören wir sie vor unserem geistigen Ohr eigentlich in zwei Versionen: A-cappella, aber auch als voll ausproduzierte Popsongs mit Instrumenten. Das sind zwei Welten, die in unseren Köpfen entstehen“. Ihr Traum sei es  gewesen, diese beiden Varianten mit Leben zu füllen und hörbar zu machen. Das ist gelungen.

Besonders praktisch ist dabei, dass die zwei Alben sich erst durch einen Magneten zu einem zusammenschweißen lassen. Wer es den A-cappella-Helden also übel nimmt, dass sie ihrem typischen Klang nicht komplett treu bleiben, der muss die zweite, instrumentale CD nicht kaufen. Er kann stattdessen die erste zum Beispiel an den Kühlschrank hängen: „Dann erfüllt der Magnet auch so einen Zweck“, witzeln die Sänger. Passend dazu, haben sie ein Lied namens „Irgendwer wird immer meckern“  geschrieben. 

Den Fans scheint an diesem Abend allerdings mehr als recht zu sein, was sie geboten bekommen. Spätestens als die „Wise Guys“-Version von „Stayin‘ Alive“ der „Bee Gees“ dargeboten wird, können sich viele nicht mehr auf ihren Stühlen halten und kopieren begeistert hüpfend die Choreografie. Sie schwingen die Hüften im Takt, wie Nils, der bei diesem Lied als Frontmann zeigt, welche Moves er beherrscht. Die Band schafft es gleichermaßen die Zuschauer in Euphorie zu versetzen, wie auch zum Innehalten anzuregen. Was dabei nie fehlt, ist der charmante Witz, den die Männer an den Tag legen. Er ist ihr Markenzeichen.

Dazu gehört auch, dass die Fünf sich gerne mal einen Spaß erlauben. Das Hiphopper Gesangsduo „Aggro Hürth“, welches auch beim letzten Album „Klassenfahrt“ mitgewirkt hat, entpuppt sich als ein solcher Spaß: Es sind nämlich keine talentierten Nachwuchsstars, die als Begleitung mit auf Tour genommen wurden, sondern Sari und Nils, die verkleidet zu einer neuen Version von „Nur für dich“ die Bühne rocken. Die Lacher haben sie auf ihrer Seite.

Das bei Köln liegende Hürth ist nicht nur im Hinblick auf Hip Hop ein besonderer Ort. Dort gibt es auch Zombies, wie die „Wise Guys“, von denen einige dorthin gezogen sind, mit eigenen Augen gesehen haben wollen. Deshalb geben sie den Tipp: „Augen auf, beim Häuserkauf“. In „Mein Nachbar ist ein Zombie“ wird diese Szenerie genauer beschrieben.

Ende des Jahres steigt der langjährige Bassist Ferenc Husta aus. Er verabschiedet sich, sehr zum Bedauern der Fans: „Die Sehnsucht nach Zuhause, wenn ich auf Tour bin, ist bei mir stark ausgeprägt“, erklärt er. Aber auf einer solch sentimentalen Note endet das Konzert natürlich nicht. Ein Nachfolger ist gefunden und der unverwechselbare Klang soll bestehen bleiben. Versöhnt bitten die Zuschauer um Zugaben  und feiern bei der spektakulären Klang- und Lichtshow   mit, dass die Lokhalle nur so bebt.

Von Sarah Lodder

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