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Regional Filmmusik von Chor und Bigband in Göttinger Musa
Nachrichten Kultur Regional Filmmusik von Chor und Bigband in Göttinger Musa
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00:27 18.04.2018
Filmmusik präsentiert vom Musa-Chor (Foto) und und der Bigband Triple B. Quelle: Heller
Göttingen

Die Sorge, dass sich bei einer neuen Ortswahl – im vergangenen Jahr konzertierte man im zentraler gelegenen Jungen Theater – weniger Publikum anfinden würde, stellte sich als gänzlich unbegründet heraus.

Für manche Gäste bot sich bei dem regen Interesse nur noch der Boden als Sitzplatz. Den Abend leitet der Chorleiter Andreas Jedamzik stilecht mit Zylinder ein: „Heute gibt es 100 Jahre Filmmusik in Farbe“, scherzt er. Das ist zeitlich leicht übertrieben, aber natürlich eine runde Sache. Weiter erzählt er, dass der Chor die Vorbereitung natürlich sehr ernst genommen und deshalb regelmäßige Videoabende – ja, Videoabende – zur Vorbereitung veranstaltet habe.

Start in den 30er-Jahren

Los geht es mit den 30er-Jahren. „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ aus „Tanz auf dem Vulkan“ (1938) mit dem großartigen Gustaf Gründgens. Es folgt ein für gute Laune sorgendes und vom Chor mit Verve vorgetragenes „Ein Freund, ein guter Freund“ aus „Die drei von der Tankstelle“ (1930/1955) und es geht weiter mit „Smile“ mit der Musik von Charly Chaplin aus seinem Film „Moderne Zeiten“ (1936). Der beliebte, gefühlvolle Song kommt etwas schleppend mit kleinen Einsatzschwierigkeiten des Chores daher. Energetisch geht es mit der Bigband Triple B unter der Leitung von Hans Joachim Speer weiter. Bei Klassikern wie dem „Hawaii Five-0“-Theme mit knackigen Bläsereinsätzen und „Jailhouse Rock“ wird im Zuschauerraum mitgenickt. Dass „Cocktail“ mit dem legendären Tom Cruise einst die goldene Himbeere für den schlechtesten Film des Jahres 1989 erhielt, tat der Popularität seines Titelsongs „Kokomo“ (1988) keinen Abbruch. Auch am Sonnabendabend bewies er seine Ohrwurmqualitäten und wurde vom Chor mit Sonnenhüten und Cocktails in der Hand nicht nur bestens intoniert, sondern auch visuell wunderbar in Szene gesetzt. Mit einem eigenen Tom Cruise konnte man ebenfalls aufwarten. Diese kleinen Kostümierungsgags sind immer wieder ein nettes Detail und werden vom Publikum sichtlich honoriert.

Liebe zur Filmmusik

Glänzen kann der Chor mit einem leichten, swingenden „Singin‘ in the Rain“ aus dem gleichnamigen Film (1952). Unverstanden bis heute, wie dem triefenden Gene Kelly angesichts solcher Wassermassen noch zum Singen zumute sein konnte. Die Bigband punktet noch mal mit dem Titelsong aus James Bonds „Skyfall“ (2012), in dem Ulrich Amthauer mit sattem Saxophonspiel in der Melodie überzeugt. Insgesamt ein anspruchsvolles Programm, das Chor und Bigband sich da vorgenommen hatten und auf weite Strecken bestens meisterten. Etwas sperrig erwies sich, dass vor allem abwechselnd musiziert wurde. Am Ende gab es dann endlich doch ein Zusammenkommen bei Elton Johns „Can you feel the love tonight“ (1994). Dem war an diesem Abend auf jeden Fall so, was die Liebe zur Filmmusik anbelangt.

Von Marie Varela

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