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Regional Hart, laut und kompromisslos geradeaus
Nachrichten Kultur Regional Hart, laut und kompromisslos geradeaus
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16:06 22.04.2017
Quelle: Linnhoff
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Göttingen

Finder eilt der Ruf einer beeindruckenden Live-Band voraus. 2014 gegründet folgte kurz darauf eine mehrwöchige Tour mit Marathonmann durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ihre Texte verfassen sie in deutscher Sprache und so ist auch der Bandname auszusprechen. Im Nörgelbuff präsentierten sie ihr erstes Album „Keiner sagt, dass es einfach wird“.

„Doch war ich von zu Hause noch nie so weit entfernt, bin so oft einfach umgekehrt...“ sind die ersten Zeilen ihres Songs „Der Staub hat sich gelegt“, der sie an ihre Tour mit Marathonmann erinnert, wie Gitarrist und Sänger Jochen Gros erzählt. In klassischer Rock-Trio Besetzung aufgestellt begleiten ihn Markus Frank am E-Bass und Daniel Petereit am Schlagzeug.

Ihre Musik ist laut, hart und kompromisslos geradeaus. Selten gibt es mal kurze Breaks mit ruhigeren Passagen. Bass und Schlagzeug treiben die harten geradlinigen Gitarrenriffs und Gros´ Gesang voran, der auch einer Punkband gut zu Gesicht stehen würde. Ohne Zweifel mit großer Leidenschaft gespielt, ist die im Sinne des Wortes musikalisch schwere Kost letztendlich nicht sehr innovativ. Dazu klingt alles zu gleich, und leider sind auch die deutschen Texte nur schwer zu verstehen.

„Ich glaub´, ich schalt´ den Verstand aus, jedes Wort so fest verschraubt. Schlag dich aus meinem Kopf raus, lass mich los, löse dich auf...“ heißt es in „Wieder Klar“, ihrer ersten Singleauskopplung. Das Publikum steht dicht gedrängt direkt am Bühnenrand und kommt der Aufforderung von Gros, sich zum letzten Song „Grenzgänger“ noch mal so richtig auszuschütteln, gerne nach. Dann ist nach einer runden Dreiviertelstunde Spielzeit inklusive Zugabe der Spuk vorbei, etwas sehr kurz für einen kompletten Gig.

So verwundert es nicht, dass vorweg noch ihr Mann hinter dem Merchstand unter dem Pseudonym Cosmo Thunder den Support geben durfte. Seine Musik siedelt er unter dem Begriff Akustikpunk ein. Songs wie „Stadt, Land, Flucht“ oder „Steine auf Wasser“ bewegen im Fahrwasser der unerschöpflichen, textlich aber oft sehr bemühten und überstrapazierten deutschsprachigen Songwriter-Welle, vorgetragen mit  Gitarre, Wut und Herz.
Band wie auch Support hatten wohl einen kleinen Fanclub mitgebracht und die vorwiegend jungen Besucher im Buff hörbar ihren Spaß. lin

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